„HOMO-gene“ ARGUMENTE für die authentizität VON
DREI STEINZEITLICHEN fundplÄtzeN zwischen RUR, MAAS und RHEIN
to the English head line and abstract
von
Dipl.
Ing. Hans Grams
aus
Mönchengladbach
Diese Arbeit befasst sich mit „HOMO-genen“
Argumenten, welche die Authentizität von drei steinzeitlichen Fundplätzen in
einem Gebiet zwischen den Flüssen Rur, Maas und Rhein mit philosophischen
Mitteln beweisen. HOMO steht hier für Mensch (lat. homo)
und nicht für gleich (gr. ομοσ).
Der Autor belegt seine Thesen mit Funden,
welche er selbst nacheinander in den Gemeinden Viersen, Wegberg und
Niederkrüchten in dem Zeitraum 2004 – 2005 gemacht hat.
Es werden Funde zu zehn menschlichen
Grundbedürfnissen und – eigenschaften angeführt
und erläutert. Jedes Kapitel schließt mit einer These ab. Wegen eines neuen
Denkansatzes im Kapitel HOMO AGENS musste
dort eine neue Nomenklatur geschaffen werden.
Der Autor kommt auf rein philosophischem Wege
zu dem Schluss, dass die Fundorte authentische steinzeitliche Wohn- oder
Rastplätze waren. Über die Datierung der Funde und die Kulturperiode, aus der
sie stammen, enthält sich der Autor jedoch jeden Urteils.
Er schlägt
in zwei Punkten eine Erweiterung der Validierungskriterien
in der Frühgeschichtsforschung vor. Dies sind die Epaphie (durch
Berührung und Betasten durch den Menschen entstandene Gesteinsspuren) und die Einbeziehung von bildender Kunst in die
Beurteilung von Steinfunden.
Der Autor hält folgende Funde für besonders
wertvoll: seinen Erstfund Hammerkopf (V501), Sonnenuhr
(V201), Fischstecherkopf-Tri-Facies (V402), Bohrproben
(V902),
Europa-Relief (W274S)
und Fuß (N903).
Die behördliche Denkmalpflege enthält den
Funden bisher ihre Anerkennung vor.
„HOMO-gene“ ARGUMENTs for THE
authenticiTY OF THREE STONE-AGE Archaeological SITES located between THE
This
essay deals with „HOMO-gene" arguments by philosophical means which prove
the authenticity of three stone-age archaeological sites in a territory
situated between the rivers Rur, Meuse, and Rhine.
HOMO here signifies ‘man’ (Latin Homo) and not ‘same’ (Greek ομος).
The
author proves these theses with finds, made by himself on separate occasions
near the towns of
There
are mentioned and explained finds concerning ten basic human needs and
qualities. Each chapter concludes with a thesis. Because of a new way of
thinking in the chapter HOMO AGENS there had to be created a new nomenclature.
The
author concludes in a purely philosophical way that the archaeological sites
were authentic stone-age dwelling or rest-places. Concerning the dating of
finds and the cultural period they come from, the author abstains from making
any judgement.
He
proposes an extension of the validation-criteria of the palaeolithic research.
This consists of epaphy ( prints
on stones originating from touch and contact by man) and the inclusion of fine
arts into the evaluation of stone-age findings.
The
author regards the following finds as extraordinarily precious: his first find V501, Hammerkopf
(hammer-head), V201, Sonnenuhr
(sundial), V402, Fischstecherkopf-Tri-Facies
(fishing tackle grip), V902, Bohrproben
(drill-specimens), W274S, Europa-Relief
(relief of Europe) and N903, Fuß (foot).
Up to
now, the official preservations of archaeological finds have withheld their
acknowledgement.
1.1.1
Erkundung und Kartierung eines
Lebensraumes
1.1.3 Orientierung durch Richtungsgeber
Alle
Funde sind durch mindestens ein Bild und eine textliche Erläuterung
dokumentiert. Die Bilder und Dateien, auf die im Text besonders verwiesen wird,
sind durch Hyperlink verknüpft.
1.0 HOMO AGENS
Der Mensch hinterlässt
als Agierender (von lat. agere
= handeln) in vielfältiger Form seine nur
ihm eigenen Spuren.
Diese Fährten
aufzufinden, ist somit eine Methode, um zu ermitteln, welche Wege er gegangen
ist und wo er sich aufgehalten hat.
1.0.1 Idiopoesie
Der steinzeitliche Mensch hat sich Steine, welche er für irgendeinen
Zweck gebrauchen konnte, einfach
angeeignet. Diese Tätigkeit wird in dieser Arbeit als Idiopoesie (von gr. ίδιοποίησις = Aneignung) bezeichnet. Im Idealfall war
der Stein bereits so geformt oder durch Gesteinsadern geprägt (Gestirnsobservation),
dass der steinzeitliche Mensch diesen ohne die geringste Bearbeitung etwa durch
Schlagen, Klopfen, Meißeln, Sticheln, Schleifen oder Bohren verwenden konnte. Siehe
hierzu
Bild
1 V202
(Sextant Fruehlingssonne.JPG)
Bild 2 V215 (Sonnenschattenuhr “Weißnase“,IMG_3089)
Bild 3 V605 (Stößel senkrecht,IMG_V605)
Bild
4 N203 (Handkalender,IMG_3108)
Bei diesen Funden kann es sich um zufällig an diesen Fundort gelangte
Gegenstände handeln. Die Tatsache der
Verwendbarkeit durch den Menschen ist jedoch ein erstes Indiz dafür, dass sie
auch tatsächlich verwendet wurden. Im Kontext der spezifischeren, leicht oder intensiv bearbeiteten Funde eines Fundplatzes passen sie sich in
ein Gesamtgefüge ein und erhalten dadurch auch selbst einen zumindest potentiellen Authentizitätsnachweis, ohne ein Artefakt zu
sein.
1.0.2 Epaphie
Der vom prähistorischen Menschen angeeignete Stein wird bei
der Verwendung über einen langen Zeitraum - wegen des Stagnation der
Entwicklung in der Steinzeit könnten dies ja durch Vererben von einer
Generation zur anderen Jahrtausende sein -
selbst genutzt und dann vererbt. Dabei wird er immer wieder berührt und betastet. Dieser Vorgang
wird vom Autor im Rahmen dieser Arbeit Epaphie (von gr. επαφή
= Betastung, Berührung) genannt.
Die Epaphie lässt sich vielfältig untergliedern. Hier
werden beispielhaft vier Bereiche
angesprochen.
1.0.2.1 Sudation
Der Begriff kommt vom lateinischen Verb sudare
(schwitzen) und ist im Englischen so noch in Gebrauch.
Der im Bild 3
dargestellte Stößel ist ein
Feuersteingeröll vom Typ „Maas-Ei“. Betastet man ihn und legt man in der am besten
geeigneten Position, an der sich sozusagen als „Gebrauchsanweisung“ ein kleines
Loch befindet, die Finger (Zeigefinger, Ringfinger und Mittelfinger der rechten Hand) an den
Stein, so berührt man diesen in den
Zonen, welche durch die leicht rötliche Tönung gekennzeichnet sind. Der Autor
geht davon aus, dass die rötlichen Zonen sich unter Mitwirkung von menschlichem Schweiß gebildet haben. Es ist denkbar, dass der
Stößel beim Herstellen der Steinzeitfarbe Ocker verwendet wurde, der vor allem
das wasserhaltige Eisenoxid Goethit (Fe2O3.H2O)
enthält. Durch den Staub, welcher dabei anfiel und sich mit dem Schweiß des
Menschen vermengte, könnte Eisenoxyd auf den Feuerstein übertragen worden sein.
Hier müsste natürlich die Arbeit eines Chemikers, Petrologen oder Mineralogen
ansetzen, um dieses durch Experimente zu
erhärten.
1.0.2.2 Pinguetion
Dieser Begriff ist eine Neuschöpfung des Autors für diese Arbeit.
Es liegt ihm das lateinische Wort pingue (Fett)
zugrunde.
Bild 5
V503 ( Besteckkopf Griffseite, IMG_3149)
In diesem Bild sind Fett- und Rußflecken zu sehen.
Ein Loch an der Unterseite konnte mit verschiedenen Stöckchen
(z.B. Spießen) im wahrsten Sinne des Wortes besteckt werden.
Bild 6
V503 ( Besteckkopf Besteckseite, IMG_3148)
Mit diesem Werkzeug konnte man dann Fische oder Fleischstücke ins Feuer halten und wenn sie gar waren, zum Mund führen. Nebenher musste der Braten gewendet und das Feuer
geschürt werden. Dadurch hinterließen die Steinzeitmenschen, deren Hygiene
sicher nicht an unsere heutige
heranreichte, nachhaltige Fett- und auch Ruß-Spuren
an dem Stein, den man als Besteckkopf in der Form eines Universalgriffs verwendete.
1.0.2.3 Stilbotion
Dieser Begriff ist eine Neuschöpfung des Autors für diese Arbeit.
Es liegt ihm das griechische Verb ςτίλβω (erglänzen) zugrunde.
Bild
7 V212 (Spitzkuchen Oberseite,
IMG_2470)
Bild
8 V212 (Spitzkuchen Unterseite,
IMG_2471)
In Bild 7:V212 (Spitzkuchen Oberseite, IMG_2470) und in Bild 8:V212
(Spitzkuchen Unterseite, IMG_2471) ist eine steinzeitliche Schattenuhr mit Ober-
und Unterseite dargestellt. Bei der Bedienung der Uhr gleitet der Finger immer
wieder über die Oberseite, weil dort der Sonnenschatten erzeugt und abgelesen
wird. Diese Seite des Steins hat dadurch einen Glanz wie durch eine Politur
erhalten. Die wenig berührte Unterseite ist dagegen matt geblieben.
1.0.2.4 Rasur
Diesem Begriff liegt das lateinische Verb radere (auskratzen,
schaben) zugrunde.
Bild 9
V212 (Spitzkuchen Schmalseite mit Blitzlicht, IMG_3153)
Bild 10
V212 (Spitzkuchen Schmalseite ohne
Blitzlicht, IMG_3154 )
Die Bilder 9 (Spitzkuchen Schmalseite mit Blitzlicht, IMG_3153 ) und 10
(Spitzkuchen Schmalseite ohne Blitzlicht, IMG_3154 ) der
Sonnenschattenuhr (Anm. 1) zeigen an der Stelle, wo der Fingernagel des
Zeigefingers als Schattengeber in der Zeit zwischen den Äquinoktien und der
Sommersonnenwende eingegraben wurde,
deutliche Kratzspuren. Durch das Einklemmen des Fingernagels wurde der Stein
ausgekratzt. Es bildete sich dadurch - wie aus Bild 10 ersichtlich ist - eine kleine Grube im Profil des Steins.
Dasselbe gilt für den Schattengeberpunkt unten links, welcher in der Zeit zwischen
der Wintersonnenwende und den Äquinoktien benutzt wurde.
Alle Funde wurden durch Augenschein auf
Epaphie untersucht. Dabei fiel auf, dass bei
Sandsteinen und quarzitischen Sandsteinen keine
Epaphie erkennbar war.
These :
Sind an einem
Steinfund aus einem Fundort mit hoher
Funddichte eindeutige Spuren von Epaphie vorhanden,
so geht die dem Steinfund durch Idiopoesie und
sein Auffinden im Konnex von spezifischeren,
leicht oder intensiv bearbeiteten Funden
eines Fundplatzes bereits anhaftende
potentielle Authentizität in eine
vollwertige Authentizität über.
1.1 Homo explorans
1.1.1 Erkundung und Kartierung
eines Lebensraumes
Der Homo erectus bzw. sapiens brach von Afrika nach Europa in einen
neuen Lebensraum auf. Er ging dabei nicht orientierungslos vor, sondern
erkundete und kartierte das zu durchstreifende Gebiet. Er sorgte damit auch vor,
jederzeit den Weg zum Ausgangsgebiet seiner großen Wanderzüge zurückzufinden.
Er stellte Küsten, Ebenen, eisbedeckte
Zonen und Gebirge in einer Relief-Karte dar, welche ungefähr den Bereich des
heutigen Nord-West-Europas umfasst. Die Rückseite des Steins kann im
Zusammenhang mit der integrierten Sonnenuhr als Kompass benutzt werden.
Der Autor fand am 18.03.2005 auf dem Golfplatz Schmitzhof in 41844 Wegberg
neben anderen Stücken eine Reliefkarte mit Kompass von Europa. In dem Kiesbett
der Wege des Golfplatzes ist in
sekundärer Lage Steinmaterial eingebaut,
welches aus einem primären Fundort in und bei einer Kiesgrube in dem 3 km Luftlinie
entfernten Wegberg-Klinkum herangeschafft wurde.
Der primäre Fundort ist mit zahlreichen Belegstücken und ausführlichen Beschreibungen und weiteren
Bildern unter den Bild- und Worddateien beschrieben, welche speziellen
Interessenten nach Anfrage auch auf einer CD zur Verfügung gestellt werden
können.
In der Datei
W274S ist der Fund Reliefkarte-Europa inklusive
seiner Handhabung als Sonnenuhr und Kompass detailliert erläutert.
Bild 11 W274S ( Europa-Relief,
IMG_3393)
Die dreidimensionale Karte hat in der horizontalen Projektion einen
Maßstab von ca. 1 : 54.000.000. Die Karte
ist im Bild nach Norden ausgerichtet. Ein interessantes Detail ist die
Halbinsel Kola (Schwanz des skandinavischen Löwen), die nicht von Eis bedeckt
war.
Bei der Verwendung der Rückseite als Sonnenuhr dient die Relieffläche
als Stellfläche zur horizontalen Ausrichtung. Die Flügel der Sonnenuhr auf dem
Reliefstein sind um ca. 30° gegen die Horizontale geneigt, während die
Flügel der Sonnenuhr V201 und des Kompasses W271 um ca. 50° gegen die Horizontale
geneigt sind. Dies legt die Vermutung nahe, dass die im Europa-Relief integrierte Sonnenuhr auf der
Breite von Nordafrika (30° nördliche Breite) hergestellt wurde.
Der Kompass konnte natürlich auch nachts
über die zur Westrichtung senkrechte Nordrichtung, welche über den Polarstern
gewonnen wurde, genutzt werden.
Dies passt zu der gesicherten Erkenntnis der Archäologie, dass der Homo
erectus bzw. sapiens Europa von Afrika her erschloss.
Markant herausmodelliert ist
auch der in der Mitte des unteren Reliefrandes liegende Stiefel Italiens,
welcher damals noch über die siculo-tunesische
Landbrücke mit Afrika verbunden war. Er bot sich also – der Mitte Europas
gegenüber- und in der Mitte Nordafrikas liegend - für eine Übersiedelung von
Afrika nach Europa an.
Man sollte eine
Reliefkarte aus der Steinzeit eher mit einer Karte, welche die Vegetation zur
Eiszeit in Europa inklusive vorgelagerter
Küstenverläufe darstellt, vergleichen als mit einer Europakarte von heute. Das
nachfolgende Bild 12 zeigt eine solche Karte (2).
Bild 12 W274S ( Europa-Vegetation_Eiszeit,
IMG_W274S)
Der Mensch nimmt als dauerhaften Rast- oder Wohnplatz nicht einen
beliebigen Ort, sondern als homo explorans (von lat. explorare
= auskundschaften, prüfen) kundschaftet er ihn lange aus und prüft ihn.
Der Fundort
Viersen-Helenabrunn und die Fundorte Wegberg-Klinkum und Niederkrüchten–Hillenkamp
liegen auf einer voreiszeitlichen Terrasse. In der vorletzten Eiszeit – während der Saale-Kaltzeit,
300.000 – 128.000, wurde der Rhein nach Westen abgedrängt. Der Fundort Viersen
liegt am linken Ufer der unteren Mittelterrasse 2a des Rheins, welcher bis dort die voreiszeitliche Terrasse
durch Seitenerosion abgegraben hat. Die beiden anderen Fundorte liegen in ähnlicher Lage an der Maasterrasse und an der Talaue
der Schwalm. Sie liegen jeweils soweit landeinwärts, dass vorbeiziehende
Wildherden gut zu beobachten waren. In der letzten Eiszeit – während der Weichsel-Kaltzeit,
115.000-10.000 v. Chr. - hat das
Eis das Niederrheingebiet nicht mehr erreicht (1). Somit
war der Fundort ab dem Rückzug des Eises aus der Saale-Kaltzeit
- also weit vor 128.000 vor Chr. als
Rast- oder Wohnplatz – wenn zunächst auch nur mit einer Tundren- und Kaltsteppenvegation bedeckt - grundsätzlich nutzbar, weil
der Rhein seit Ende der Saale-Kaltzeit seine
Erosionsarbeit beendet hatte und die Weichsel-Eiszeit nicht mehr bis an die
Grenze der Saale-Eiszeit vordrang. Denkbar ist auch,
dass sich in dem Landkeil zwischen Rur, Maas und Rhein Großwildherden wie
Fische in einer Reuse verfingen und üppige Beute darstellten. In der Steinzeit bedeckte das Dreieck
zwischen Maas und Rhein eine bedeutend geringere Fläche als heute. Die alten
Flussufer, an denen die Paläolithiker lagerten, waren viel weiter ins Landesinnere versetzt als wir
es heute kennen. So beträgt die Entfernung vom Rheinknie bei Krefeld bis zur
Maas nördlich von Roermond 46 Kilometer, während die Enfernung
zwischen den damaligen Flussufern auf derselben Linie nur ganze 16 Kilometer
betrug.
Im übrigen waren die
weiten Flusstäler von Rur, Maas mit dem Nebental
Schwalm und Rhein sicherlich – da noch unverschmutzt - fischreiche Gewässer.
Alleine diese generellen
Gegebenheiten haben dem homo explorans jedoch nicht ausgereicht. Er hat zusätzlich
geprüft, ob der potentielle Wohnplatz der höchste Punkt in der Umgebung war,
damit abfließendes Regenwasser nicht in seine Behausung drang. Ferner hat
er untersucht, ob in der Nähe Trinkwasser
in Form von Oberflächenwasser oder Flüssen vorhanden war.
Dies ist im
Folgenden durch Profile erläutert.
Siehe Datei Profile_Fundstellen
Die Längsprofile der Fundstellen sind im
Maßstab 1:10.000 (Länge) und 1:500 (Höhe) dargestellt.
Die Längen und Höhen
wurden der Topographischen Karte 1:25.000 des Landes NRW entnommen.
Alle Fundorte zeigen
im Profil eine zum Wohnplatz hin sanft abfallende Geländeneigung, durch welche heranfließendes Oberflächenwasser als Trinkwasser genutzt
werden konnte. Hinter dem Lagerplatz fällt das Gelände bald steil zu einer
Flussterrasse ab, was auch Fischfang in der Nähe des Lagers ermöglichte.
Der Fundort Viersen
zeigt noch die Besonderheit einer kleinen Warft-artigen
Erhöhung am Wohnplatz selbst, so dass man gegen Oberflächen- und Regenwasser
lokal auf kleinem Raum gefeit war. Die
aufliegenden Lößschichten haben am Fundort Viersen-Helenabrunn laut
Einsichtnahme der ’DGK5 Boden’ beim Katasteramt des
Kreises Viersen am 31.05.2005 nur eine
Höhe von 0,80 – 1,20 m. Dann folgen dort schon Kies und Sand. Dies bestätigt an
demselben Tag auch der Landwirt und Eigentümer Steffens. Dieser teilte dem
Autor ferner mit, dass in den 70-iger
Jahren des vorigen Jahrhunderts mit unter dem normalen Pflug befestigten so
genannten ‚Untergründern’ der Boden bis in 50 – 60 cm Tiefe aufgeritzt wurde.
Am Fundort
Wegberg-Klinkum haben die aufliegenden Lößschichten laut Einsichtnahme der ’DGK5 Boden’ beim Katasteramt des Kreises Heinsberg am 09.06.2005 nur eine Höhe von ca. 0,4 m. Dies bestätigt an
demselben Tag auch ein Landwirt mit der Aussage, dass man in dieser Gegend nur
25 cm tief pflüge, um dabei nicht auf Sand zu stoßen. Bisweilen findet man nach
der Aussage dieses befragten Landwirtes
auch Relikte der Steinzeit.
Die
Geländeeinschnitte der Wolfskull – ein Trockental - und von Ompert, die
in etwa parallel zum Rheintal hinführten, konnten als Schöpfstellen für Trinkwasser
genutzt werden, das sich aus Oberflächenwasser speiste. Für das Jagen und
Sammeln stand die riesige Fläche zwischen Rur, Maas und Rhein zur Verfügung.
Der einen Wohnplatz
suchende prähistorische Mensch musste ferner auskundschaften, ob auch für
seinen Körner-, Früchte-, Pilzgewächse-
und Heil- sowie Giftkräuterbedarf (Anm.2) ein
ausreichendes Sammelgebiet in der Nähe war. Schließlich hatte er auch zu
prüfen, ob eventuelle Nahrungskonkurrenten sich nicht in allzu großer Nähe
niedergelassen hatten, so dass problemlos
soziale Kontakte mit diesen geknüpft, Handel getrieben und gemeinsam Großwild gejagt werden konnte.
Für die Fundorte
Viersen-Helenabrunn und die Fundorte Wegberg-Klinkum und Niederkrüchten–Hillenkamp
treffen alle diese Kriterien zu.
Die
kürzeste Distanz zwischen den Fundorten (zwischen Wegberg-Klinkum und Niederkrüchten–Hillenkamp)
beträgt 13,5 km.
1.1.3 Orientierung durch
Richtungsgeber
Will der Mensch ein Gelände auskundschaften, braucht er ein Hilfsmittel,
das ihn bei der Orientierung zuverlässig leitet. Zumindest muss er
sicherstellen können, dass er einen gegangenen weiten Weg auch wieder
zurückfindet. Für diesen Zweck ist heute noch der Kompass, welcher die nach
Norden ausgerichteten Kraftlinien des Erdmagnetfeldes nutzt, im Einsatz.
Diese Hilfe stand dem Steinzeitmenschen noch nicht zur
Verfügung. Als natürliche Hilfsmittel konnte er sich zur Orientierung am Tage
der Sonne und in der Nacht des Polarsterns bedienen.
Um diese beiden Gegebenheiten zu nutzen, eignete sich der prähistorische Mensch Steine
mit den Funktionen eines Richtungsgebers an und bearbeitete sie so, dass er sie
- die Sonne und den Polarstern nutzend -
wie einen Kompass einsetzen konnte.
Der Autor kann hierzu zwei Lesefunde vorweisen. Es handelt
sich einmal um eine am Fundplatz Viersen-Helenabrunn aufgelesene Sonnenuhr mit
der Fundnummer V201. Dann belegt insbesondere die „Kompass“ genannten Steine W271S und W276S diese obigen Aussagen.
Bild 13 W271S (Kompass über Sonnenuhr, IMG_3216)
Bild 14 W271S (Kompass neben Sonnenuhr, IMG_3244)
Bild 15 W276S (Kompass-Wildschwein, IMG_3404)
Der Stein W271S hat vom
Material und der Maserung her große Ähnlichkeit mit der Sonnenuhr vom Fundort
Viersen-Helenabrunn.
In den Stein W271S ist eine Sonnenuhr eingebaut. In der
Äquatorialsonnenuhr aus dem Fundort Viersen bilden die Seitenflügel gegenüber
der Ost-West-Linie symmetrische Winkel unter 40 °. Der Öffnungswinkel
beträgt also 100 °. Die in den Stein W271 integrierte Mini-Äquatorialsonnenuhr hat die Besonderheit, dass ihr linker Flügel
senkrecht zur Nord-Südrichtung genau nach Westen zeigt. Ihr Öffnungswinkel
beträgt somit 140 °.
Durch diese technisch elegante Lösung
kann zu jeder Tageszeit, an der die Sonne zu sehen ist, die
West-Richtung und damit indirekt auch die Nordrichtung ermittelt werden. Das
hat seinen Grund darin, dass der Sonnenschatten dann und nur dann
parallel zur Mittelfurche einfällt und parallel über die Flügel streicht, wenn
die Uhr waagerecht gehalten und der Schattengeber unter dem Winkel der
geografischen Breite (bei uns sind dies 51 °) darüber schwebt. Mit anderen
Worten: Der parallele Schattenverlauf der Sonne - das Charakteristikum der
Äquatorialsonnenuhr - ist das Kriterium für die Ausrichtung des Kompasses am Tage.
Ist im heutigen Kompass als konstante Richtung-gebende
Einrichtung die stets nach Norden zeigende Magnetnadel, so muss die
Nordrichtung in dem steinzeitlichen Kompass immer wieder neu aus der Richtung
zum Polarstern oder durch Bedienen der integrierten Sonnenuhr ermittelt werden.
Die Kompass-Steine enthalten auch über die gesamte Oberfläche verteilt
Rinnen, Marken und Vertiefungen, so dass die jeweiligen Zielrichtungen bei Tage
gesehen und bei Nacht auch gefühlt werden konnten.
Bild 16 W271S (Kompass über Sonnenuhr mit Winkeln
zur West-Ost-Achse, IMG_3216)
Das in der stationär
genutzten großen Sonnenuhr erkannte Prinzip kann so ambulant im Sinne der
Nordorientierung (Senkrechte zur West-Ost-Achse) genutzt werden.
Thesen:
Zu 1.1.1
Findet sich an einem steinzeitlichen Wohnplatz in Europa eine Relief-Karte von
Europa mit gleichzeitiger Kompasssfunktion, so
beweist dies authentisch, dass hier der intelligente homo explorans großräumig seinen Lebensbereich erkundet,
manifestiert und für eine eventuelle Rückorientierung vorgesorgt hat.
Zu 1.1.2
Liegen benachbarte steinzeitliche Fundplätze
so, dass sie nach Klima-, Wohn-
sowie Ernährungs- und Sozial-Kriterien eine optimale Lage aufweisen, so
beweist dies, dass der Mensch sie in seiner Eigenschaft als homo explorans als dauerhafte Aufenthaltsorte selektiert
hat und die Fundorte somit authentisch
sind.
Zu 1.1.3
Findet man an steinzeitlichen Wohnplätzen
technisch elegante Hilfsmittel zum Auskundschaften ihrer Umgebung, so
sind die Funde ein Beweis dafür, dass der homo explorans - seine
nur ihm eigene Fähigkeit und Intelligenz
nutzend - hier wirklich gelebt hat.
1.2 Homo captans
Der Steinzeitmensch übte Idiopoesie nicht nur mit Steinen aus,
sondern er pflegte insgesamt eine idiopoetische Ökonomie.
Jagdgut zog er nicht selber auf, sondern er eignete es sich an, indem er es
erlegte.
Er kannte schon die Vogeljagd mit Pfeil und Bogen. Dies belegt der
bemalte Faustkeil V903, welcher unter V903 und im Kapitel HOMO PINGENS näher unter dem Aspekt eines Kunstwerks beschrieben
ist.
Bild 17 V903 (Vogeljagd, IMG_2534)
An dem Fundort Viersen-Helenabrunn konnte der Autor drei Lesefunde „Speerspitzen“
kollektieren.
Bild 18 V301 (Speerspitze-Quarz, IMG_3367)
Die Speerspitze zeigt eine raffinierte Befestigungsnische, welche durch
den Nagel veranschaulicht ist. Der Speerschaft konnte
so raffiniert befestigt werden.
Bild 19 V302 (Speerspitze-Feinsandstein, IMG_3370)
Auch dieser leichte Speerspitze zeigt eine
Mulde zur Befestigung der Speerschaftes.
Bild 20 V303 (Speerspitze-Gift, IMG_3364)
Bild 21 V302 (Giftpfeil.JPG,
IMG_V303)
Die in den beiden vorstehenden Bildern dargestellte mit Gift
beträufelte Speerspitze beweist ein besonderes Raffinement bei der Jagd. Damit das angeschossenen
Wild schneller verendete und er das wertvolle Jagdgut und Jagdgerät nicht verlor,
wandte der steinzeitliche Jäger schon die Methode an, die Speerspitze mit Gift
zu versehen. Siehe hierzu eine ausführliche Beschreibung in V303.HTM.
Alle Speerspitzen dürften für die Jagd auf größere am Boden lebende
Wildtiere konzipiert sein und zeigen eine sehr archaische Typisierung.
These:
Tauchen an einem
Fundort Jagdgeräte mit raffinierter Fertigung und Beigaben
sowie bemalte Faustkeile auf, die
Jagdszenen darstellen, so beweist dies authentisch, dass sich an diesem Fundort
der Mensch als homo captans aufgehalten hat.
1.3 HOMO PISCANS
Auch das Fischen war Teil der idiopoetischen
Ökonomie des Steinzeitmenschen. Die noch unverschmutzten Gewässer hielten
sicherlich ein reichliches Angebot an
Fischen bereit. Deshalb bezogen die prähistorischen Menschen Lagerplätze,
welche in der Nähe von Flüssen lagen. Dies trifft jedenfalls für die drei vom
Verfasser beschriebenen Fundplätze in Viersen, Wegberg und Niederkrüchten zu.
Der Autor hat zu dem Bereich Fischfang drei Funde vorzuweisen. Es handelt
sich nach seiner Meinung um Fischstecherköpfe.
Bild 22 W401 (Fischstecherkopf, IMG_3708)
Das Bild zeigt einen gut in der Hand liegenden Feuersteingriff – mit
optimaler Mulde für den Daumen -, in den an der Unterseite ein Loch mit dem
Durchmesser 6 mm (dieser Durchmesser findet sich auch bei allen Bohrlöchern am
Fundort Viersen) gebohrt ist. Der Autor hat einen Schaft mit Doppelspitze in
den Stein eingesetzt, um die mögliche Ausstattung und Verwendung zu erläutern.
Bild 23 V401 (Fischstecher_Griff.JPG,
IMG_V401)
Dieser Fischstecherkopf vom
Fundort Viersen hat ebenfalls unten eine Bohrung mit dem Durchmesser von 6 mm, welcher
durch die auch in den Stein W401 passende Schraube belegt ist. Dies könnte ein
Indiz für Arbeitsteilung unter den Clans sein. Möglicherweise hat die Gruppe
aus Wegberg die Bohrspezialisten aus Viersen für diesen Zweck in Anspruch
genommen.
Bild 24 V402 (Tri_Facies,IMG_3356)
Auch dieser Fischstecherkopf aus dem Fundort Viersen hat unten die
Bohrung mit 6 mm Durchmesser. Der Stein wurde Tri-Facies
genannt, weil er Werke der bildenden Kunst (Affe, Bär, Nager) in Form von drei Kleinskulpturen
enthält. Auf diesen Aspekt des Steins wird im Kapitel HOMO PINGENS noch näher eingegangen.
These:
Tauchen an einem
Fundort Geräte auf, die für den Fischfang geeignet sind und als Siegel der
Authentizität zusätzlich Werke der bildenden Kunst in Form von
Kleinskulpturen enthalten, so beweist
dies, dass sich an diesem Fundort der Mensch als homo
piscans aufgehalten hat.
1.4 HOMO COMEDENS
Zu einem Grundbedürfnis des Menschen gehört das Essen. Durch Jagen,
Fischen und Sammeln beschafft er sich in der Altsteinzeit seine
Nahrungsmittel. Die Reste dieser
Nahrungsmittel selbst findet man außer in Höhlen nur selten. Erhalten geblieben
sind jedoch die Werkzeuge aus Stein, mit denen er die Nahrung für die
Mahlzeiten weiterbearbeitete und schließlich zu sich nahm.
Bild 26 V604 (Stampfer_gegriffen,
IMG_V604)
Bei ihren Streifzügen zwischen Maas- und Rhein fanden die
Steinzeitmenschen vielleicht auch Früchte von wilden Gräsern und von Bäumen.
Diese konnten dann mit einem solchen
Stampfer verkleinert und zu Mehl verarbeitet werden. Vermengt mit einer
geeigneten Flüssigkeit wäre das Backen von Brotfladen vorstellbar.
Bild 27 V604 (Stampfer, IMG_3311)
In
den Stampfer ist das Profil eines Bisons eingearbeitet, was beweist, dass er vom
Menschen bearbeitet wurde.
Bild 28 V601 (Teigrolle, IMG_3323)
Dieser Stein ist so gerundet, dass er zum Ausrollen von Teig verwendbar
war. Er enthält auf der Unterseite eine Kleinskulptur, welche einen Menschen
darstellt, der sich einem Tier zuwendet.
Bild 29 V606 (Hackmesser, IMG_V606)
Das
Hackmesser könnte zum Zerteilen von Tieren verwendet worden sein.
Bild 30 V606 (Hackmesser-Kröte,IMG_3314)
Aus der Perspektive dieses Fotos ist der Stein die Kleinskulptur einer
Kröte. Sowohl dieser Stein als auch die Teichrolle erhalten durch die
Verbindung mit einem Werk der bildenden Kunst eine besondere Bekräftigung
dafür, dass Sie in Menschhand gewesen sind.
Bild 31 V504 (Kratzer,IMG_3340)
Der hier dargestellte Kratzer ist ein reines Werkzeug ohne Skulptur. Er
konnte für das Abkratzen von Fleischresten von Wild und Fisch verwendet werden.
Bild 32 W604 (Feuerschaden,IMG_3707)
Ohne Feuer konnte die Nahrung nicht gegart werden. Der hier dargestellte
Stein konnte von seinem Winkelzuschnitt her zur Mondbeobachtung verwendet
werden. Er muss dann aber in eine Feuerstelle geraten sein und trägt Craquelierung .
Bild 33 V503 (Besteckkopf,IMG_3148)
Durch Einsetzen eines Stöckchens in das Loch auf der Unterseite, das
natürlichen Ursprungs ist und nicht den sonst am Wohnplatz üblichen Durchmesser
6 mm hat, konnte nun schließlich die Nahrung aufgenommen werden.
Bild 34 V503 (Besteckkopf-Löwe-Mensch,IMG_3329)
Im übrigen enthält der Stein eine dramatische
Kleinskulptur, in welcher ein Raubtier einen Menschen verschlingt. Im
Raubtiermaul steckt der Menschenmund.
Bild 35 V507 (Besteckkopf-Mensch,IMG_3345)
Bild 36 V507 (Besteckkopf,IMG_3346)
In diesem Besteckkopf aus Feuerstein, der ein Menschengesicht
darstellt, ist mit 6 mm Durchmesser ein Loch in den Mund gebohrt, worin das
Besteck eingesetzt werden konnte.
These:
Gibt es an einem Fundort Geräte, die für die
Zubereitung und Aufnahme von Nahrung geeignet sind und zum Teil sogar als
Siegel der Authentizität zusätzlich Werke der bildenden Kunst in Form von
Kleinskulpturen enthalten, so beweist
dies, dass an diesem Fundort der Mensch als homo comedens gelebt hat.
1.5 HOMO FABRICANS
Der prähistorische Mensch war darauf
angewiesen, sich handwerklich zu betätigen. Er brauchte Geräte, welche ihn in
die Lage versetzen, seinen Bedarf an Nahrung, Kleidung, Unterkunft und auch
Schmuck durch eigene Produktion zu befriedigen. Dies ist aber nicht nur eine
pure Notwendigkeit, sondern den homo faber erfasst bei seinem Tun auch die
Freude am Erfolg und die Lust, Altes zu perfektionieren und Neues
auszuprobieren.
Hierzu stellt der Autor zwei Beispiele aus
seiner Fundsammlung vor. Dies sind ein Hammerkopf, der Erstlingsfund des Verfassers,
und ein Feinsandsteingeröll mit Bohrversuchen.
Bild 37 V501 (Hammerkopf, IMG V501)
Die Finne und die Bahn sind zwar
ziemlich roh aber doch deutlich ausgearbeitet. Die Löcher sind so gebohrt, dass eine eingefügte
Astgabel zusätzlich zu der Spannung, welche sie von Natur aus besitzt, durch
den Winkel der Bohrlöcher zueinander noch besser einzuklemmen ist. Eine
eingesetzte Astgabel sitzt dadurch fest in ihrer Halterung.
Der homo practicans hat das Quarzitstück funktionsfähig gemacht, ohne die Oberflächen
besonders zu glätten. Ihm kam es scheinbar zunächst auf die Stabilität der
Befestigung eines Stiels und die Hauptanwendungsmöglichkeiten eines Hammers
dieser Art - Schlagen und Spalten - an.
Ein Paradebeispiel für die Probierlust des homo faber ist das
Geröllstück aus quarzitischem Feinsandstein des
Fundes V902.
Bild 38 V902 (Bohrproben, IMG_2655)
An dem Geröll sind etliche Bohrversuche erkennbar. Das Felsgeröll ist
eben und damit leicht zu fixieren. Es hat eine Dicke (13mm), welche ein Durchbohren
(mittlere Bohrtiefe der anderen Funde = 14,6 mm) grundsätzlich möglich machen
konnte. An einer Stelle ist eine Durchbohrung von der Ober- und Unterseite – je
mit relativ schiefer Bohrachse startend – gelungen. Der Durchmesser beträgt wie
bei allen anderen Bohrungen vom Fundplatz 6 mm. Die Bohrung unten rechts gehört
zur gelungenen Durchbohrung.
Durch seinen Experimentiercharakter gibt das Probegeröll detaillierte
Aufschlüsse über den Stand der Bohrtechnik – die wissenschaftliche Datierung
ist noch offen – des experimentierenden homo faber in der noch zu bestimmenden
Periode der Steinzeit, in der er tätig war.
Bild 39 V902 (Bohrproben, IMG_2654)
Hier ist oben links eine Stelle der Körnung zu sehen, welche wie eine
Meißelung aussieht. Die Meißelung hört dort auf, wo der Experimentator auf einen
Gesteinseinschluss traf, welcher ein Weiterarbeiten aussichtslos erscheinen
ließ. Dies gilt auch für die Versuche 1 und 2 von links gesehen im vorherigen
Bild. Die Bohrung unten in der Mitte gehört zur gelungenen Durchbohrung.
Bild 40 V902 (Bohrproben, IMG_2543)
Durch den eingeführten Nagel ist die vollständige Durchbohrung
nachgewiesen. Obwohl die Bohrungen von der Ober- und Unterseite her keineswegs
senkrecht aufeinander stehen, ist dies trotzdem ein großer Schritt für den prähistorischen
Handwerker. So standen ihm die unzähligen Verwendungsmöglichkeiten – bis hin
zur Schmuckherstellung - offen, welche sich durch ein Loch in einem harten
Material ergeben.
These:
Liest man an einem Fundort Steine auf, welche Zeugnisse
der handwerklichen Fähigkeiten und Experimentierlust des Menschen sind, so
beweist dies die frühere Anwesenheit des Menschen in seiner Eigenschaft als homo fabricans an
diesem Ort.
1.6 HOMO OBSERVANS
Der prähistorische Mensch war darauf angewiesen, die zuverlässig
Jahr für Jahr ihre Bahn ziehenden Gestirne zu beobachten. Dies stellte ein
elementares Bedürfnis dar. Er benötigte nicht nur den geschätzten Stand der
Jahres- und Tageszeiten, sondern eine durch Hilfsmittel präzisierte Angabe über ihren Stand im Jahres- und Tagesverlauf.
Die Jahreszeiten steuerten und begrenzten
seine Tätigkeiten als Jäger, Fischer, Sammler und Handwerker. Brauchte
er für seine Steinwerkzeuge neues Material oder Ocker für seine Kosmetik, so
war er zu tagelangen Märschen zu den Lagerstätten dieser Bodenschätze
gezwungen. Einen solchen Marsch bei nahendem Winter zu beginnen, machte wenig
Sinn.
Wollte er ein Treffen innerhalb eines Tagesverlaufs
arrangieren, so brauchte er einen herausragenden topografischen Treffpunkt wie
eine Mündung eines Bachlaufs, eine markante Lichtung oder einen besonderen
Baum. Ohne die Vereinbarung einer Tageszeit hätte er dadurch Zeit vergeudet,
dass Gruppen sich zu früh oder zu spät am vereinbarten Treffpunkt eingefunden hätten.
Der Autor kann von den drei Fundorten mit Stand 31.05.2005 insgesamt
50 Funde nachweisen, welche dem Zweck
der Observation der Gestirne gedient haben. Im Einzelnen handelt es sich um 29
Funde zur Sonnen- und 12 zur Mondbeobachtung, sowie 9 zu einer Mischbeobachtung
von Sonne und Mond. Die Steine wurden sowohl ambulant als auch stationär am
Wohnplatz genutzt. Dies ergibt sich aus deren Größe und Gewicht, welche in den
Einzelbeschreibungen nachgewiesen sind.
In der Datei Lage.HTM wird die Lage der Fundorte dargestellt. In der
Datei Lage_Mettmann.HTM
werden beispielhaft die Berechnungen für die lokal maßgeblichen Winkel der Winter-
und Sommersonnenwende, der Äquinoktien, der maximalen Abend- und Morgenweiten
sowie die Mondextreme nachgewiesen, welche
die Steine, die zur Observation der Gestirne verwendet wurden, darstellen und
durch ihre Form abbilden.
Bild 41 V201(Sonnenuhr, IMG_2447)
Der hier dargestellte Stein ist eine
Äquatorialsonnenuhr. Der Sonnenschatten streicht parallel über sie dahin. In
der zughörigen Worddatei ist V201 die Nutzung im
Detail beschrieben.
Bild 42 W203S(Waage, IMG_2617)
Dieses Bild zeigt eine Sonnenschattenuhr, an der mit Hilfe des durch
einen Gegenstand oder einen Finger erzeugten Schattens der Sonnenverlauf vom
Aufgang über den Höchststand am Mittag
und bis zum Untergang festgemacht und als Zeitmaß verwendet werden konnte. Das
Prinzip einer Sonnenschattenuhr ist in der Datei V299 im
Detail erläutert.
Bild 43 V253(Nectarius,
IMG_3168)
Beim Mond gibt es einen kleinsten Winkel der Morgen- und Abendweite
zwischen der Ost-Westrichtung und dem Vollmondauf –
und untergangspunkt beim minimalen Mondextrem von 31 Grad und einen größten Winkel der
Morgen- und Abendweite zwischen der Ost-Westrichtung und dem Vollmondauf
– und untergangspunkt beim maximalen Mondextrem von
50 Grad. Beide Winkel sind in dem oben abgebildeten Stein integriert und bequem
einstellbar.
Bild 44 W275S(Sonne-Mond-Zeiger, IMG_3706)
Der Stein besticht durch seine Schlichtheit. Er enthält sowohl den
Winkel der maximalen Morgen- und Abendweite der Sonne als auch das Mondextrem 50
Grad. An der Spitze dieses pfeilartigen Steins liegt ein rechter Winkel, der
u.a. zur Herleitung von weiteren Himmelsrichtungen aus einer bekannten Himmelsorientierung verwendet werden konnte.
These:
Findet man an steinzeitlichen Lagerplätzen Steine zur
Beobachtung der Gestirne, welche der Bestimmung der Jahres- und Tageszeit
dienen, so beweist dies die Anwesenheit
des Menschen an diesen Orten, der seine Intelligenz einsetzen musste, um als homo observans den
unbeirrbaren und konstanten Lauf der Gestirne zu seiner Orientierung zu nutzen.
1.7 HOMO EDUCANS
Die Steinzeitmenschen hatten auch Erziehungsaufgaben zu erfüllen. Eine
dieser Aufgaben bestand in der sexuellen Aufklärung ihres geschlechtsreif
werdenden Nachwuchses. Dazu hat der Autor einen Stein vorzuweisen, welcher
wahrscheinlich diesem Zweck gedient hat.
In
der Datei V906.HTM
wird dargelegt, wie die Erzieher damals einen bearbeiteten Quarzitstein für die
sexuelle Aufklärung verwendeten.
These:
Findet man an einem steinzeitlichen Lagerplatz einen Stein zur sexuellen Aufklärung
Heranwachsender, so ist dies ein Beweis dafür, dass sich dort Menschen im
Familienverbund aufgehalten und mit Hilfe eines einfachen Hilfsmittels
die Sexualerziehung ihres geschlechtsreif werden Nachwuchses durchgeführt
haben.
Vorweg möchte der Autor hier zwei weltberühmte deutsche Philosophen
zitieren.
Hans Jonas (3), der jüdisch-deutsche aus
Mönchengladbach gebürtige Philosoph, der
vor ein paar Jahren hochbetagt in New York verstarb, schreibt
in seiner Abhandlung „Zwischen Nichts und Ewigkeit“ :
Unsere Forscher betreten eine
Höhle und bemerken an ihren Wänden Linien oder sonstige Konfigurationen, die
künstlichen Ursprungs sein müssen, keiner strukturellen Funktion dienen und
eine optische Ähnlichkeit mit der einen oder anderen draußen anzutreffenden
Lebensformen aufweisen.
Von ihren Lippen bricht der Ausruf: Dies haben „Menschen“ gemacht! Warum? Die
Evidenz bedarf für ihre Gültigkeit nicht der Vollkommenheit der
Altamira-Fresken. Die roheste, kindischste Zeichnung wäre so beweiskräftig wie
die Kunst des Michelangelo. Beweisend für was ? Für
die mehr-als-tierische Natur ihres Erzeugers; und
dafür, dass er ein potentiell sprechendes, denkendes, erfindendes, kurz ein
„symbolisches“ Wesen ist (3).
Martin Heidegger (9) führt in seinem Vortrag vom
13. November 1935 in seiner altertümlich klingenden, aber den Worten auf den
Grund gehenden und tiefsinnigen Sprache aus:
Nicht das N.N. fecit soll [Ergänzung des Autors: an einem Kunstwerk] bekannt
gegeben, sondern das einfache „factum est“ soll im Werk ins Offene gehalten werden: dieses, dass
Unverborgenheit [Ergänzung des Autors: von gr. αλήθεια = Wahrheit] des Seienden hier geschehen ist
….
Dort, wo der Künstler und der
Vorgang der Entstehung des Werkes unbekannt bleiben, tritt dieser Stoß, dieses
„Daß“ des Geschaffenseins am reinsten aus dem Werk
hervor.
Zwar gehört auch zu jedem verfügbaren
und im Gebrauch befindlichen Zeug, „daß“ es
angefertigt ist. Aber dieses „Daß“ tritt am Zeug
nicht heraus, es verschwindet in der Dienlichkeit…..Im Werk dagegen ist dieses,
daß es als solches ist, das Ungewöhnliche ..
Je wesentlicher das Werk sich öffnet,
um so leuchtender wird die Einzigkeit dessen, daß es ist ..(9).
Heidegger erläutert hier den Unterschied zwischen einem normalen Gerät z.B. einem zum
Faustkeil behauenen Quarzit des Moustérien, das er
Zeug nennt und seine einzige Bestimmung darin hat, zu dienen - eben seine Dienlichkeit, und einem
Kunstwerk. Das (Kunst)werk stellt er als
ins Werk gesetzte Wahrheit dar. Dies ist im übrigen Text des zitierten Vortrages
von Heidegger (9) eingehend dargelegt. Es hat nicht den
Zweck, als Zeug zu dienen, obwohl es manchmal auch als solches verwendet werden
kann, sondern es hat die Bestimmung, Wahrheit (z.B. das Wesen eines Bären,
eines Nagetiers, eines Affen wie in V402 Fischstecherkopf-Tri-Facies, Bilder 49 und 50)
darzustellen.
Der Künstler und der Ursprung der Entstehung sind bei der
Steinzeitkunst unbekannt und berühren uns deshalb unmittelbar und ungetrübt
durch Kunsthistoriker und den Kunstbetrieb.
Im Besitz des Autors befinden sich zahlreiche weitere Stücke aus den drei Fundorten, welche als Faustkeil,
Haustein, Amboss, Besteck, Kompass oder sonstiger Gebrauchsgegenstand dienen
und zusätzlich Objekt der bildenden Kunst sind. Hierzu stellt der Verfasser an
dieser Stelle als herausragende Beispiele 2 Objekte aus den Bereichen ‚Malerei’
und ‚Bildhauerei’ der bildenden Kunst vor. Dies sind ein bemalter Faustkeil und
ein Stein mit drei Kleinskulpturen von dem Fundort Viersen-Helenabrunn.
Bild 45 V903(Vogeljagd, IMG_2534)
Dieser Quarzitstein ist ein Faustkeil, auf den – die Seiten des Quaders
als Bildflächen nutzend und natürliche Gesteinsmaserung künstlerisch einbeziehend – von dem
prähistorischen Künstler eine Geschichte erzählt wird.
Der Stein ist in rotbrauner Farbe
bemalt. Die einzelnen Bilder beschreiben eine Vogeljagd mit Pfeil und Bogen.
Zunächst wird auf einer Seite der Pfeil im Bogen beim Abschuss gezeigt. Die
Sehne ist eine natürliche Gesteinsader, der Bogen ist gemalt und am Auflagepunkt
des Bogens noch zusätzlich nachgehämmert. Neben dem künstlerischen Aspekt sind
die Darstellungen auch kulturhistorisch interessant, könnten doch aus ihnen
Rückschlüsse für die Verstärkung eines Bogens
und die Konstruktion seiner Leitflossen und anderes mehr, was zum Zeitpunkt seiner
malerischen Fixierung gebräuchlich war, gezogen werden.
Bild 46 V903(Vogeljagd, IMG_2535)
In Flugrichtung des Pfeils ist auf der gegenüberliegenden Seite der
Pfeil mit seinen zwei Leitteilen, die aerodynamisch richtig nach unten hängen, im
Fluge dargestellt. Die Maße und Konturen sind mit denen auf dem ersten Bild
identisch.
Bild 47 V903(Vogeljagd, IMG_2536)
Verfolgt man die Flugrichtung des Pfeils weiter, so trifft man auf einen
Vogel, der – leider inzwischen nicht mehr ganz erhalten - halb auf der
Unterseite und halb auf der Gegenseite von der Pfeil- und Bogen-Darstellung
aufgemalt ist. Hierzu sind in der ausführlichen Darstellung zu Fund V903 Bilder und
weitere detaillierte textliche Erläuterungen zu finden. In der weiteren
Flugrichtung ist ein unversehrter Vogel aufgemalt. Durch einen Pfeil hat der
Autor eine Bemalung angedeutet, die auf
den Vogel zuführt. Es ist der Pfeil mit den nach unten hängenden Leitteilen,
die aber in künstlerischer Freiheit / Notwendigkeit nach vorne gebeugt sind,
was aerodynamisch nicht richtig ist, um die Sehne nicht anzuschneiden, was das
Bild des Bogens auf der gleichen Seite zerstört hätte. Auf der Seite, wo der
Pfeil alleine im Flug dargestellt ist und nichts hindert, stellt der
steinzeitliche Maler ihn aerodynamisch richtig dar.
Die Archäologie vertritt
die Ansicht, dass durch die Kontakte eines Pfluges mit einem Stein, die dabei
übertragenen Eisenreste und deren Oxydation zu rötlichen Rostspuren führen.
Diese beruhen naturgemäß auf Zufällen. Dabei können sich ohne Zweifel zufällig auch
Rostformen bilden, in denen man eine Ähnlichkeit mit realen Gegenständen
erkennt.
Für
durch Naturspiele entstehenden Konstellationen
scheint dem Autor jedoch folgendes ausgeschlossen:
a.) Es entstehen nicht zwei
identische komplexe Figuren an einem Stein.
b.) Es gibt keine Struktur,
die eine natürliche Ader zum Zwecke eines
ästhetisch schönen Bildes einbezieht.
c.) Die Strukturen sind nicht
so angeordnet, dass sie in logischer Reihenfolge
eine Geschichte über eine zur Zeit
der Entstehung des Bildes
anzutreffende Lebensform erzählen.
Bei dem Fund aus Viersen-Helenabrunn
trifft das jeweilige Gegenteil von a.) bis c.) zu.
zu a) Sowohl der Vogel als
auch der Pfeil treten an dem Fund zweimal in identischer Form auf.
zu b) Die Sehne des Bogens
ist eine natürliche Gesteinsader, die – mit einer Lupe betrachtet sieht man das
– nachziseliert ist. Wäre sie als gemalter Strich so breit wie der Bogen, wäre
die Ästhetik verdorben.
zu c) Pfeil und Bogen,
Pfeil, Vogel 1 und Vogel 2 liegen,
obwohl auf verschiedenen Steinseiten dargestellt, in einer Linie.
Der Pfeil steht nicht etwa
jetzt mit der Spitze zum Bogen hin oder senkrecht zur Flugbahn, sondern fliegt
genau mit der Spitze nach vorn in die im Sinne der Geschichte logische Richtung.
Es handelt sich also nicht
um ein Naturspiel und willkürliche Rostspuren eines Pfluges, sondern um vom
Menschen während seines künstlerischen Tuns gezielt
erzeugte Darstellungen.
Man könnte dies ars facta auf einem Medium bezeichnen, das selbst kein artefactum ist.
Dies ist aber genau so ein Beweis für die Behandlung durch den Menschen wie ein
Stein, dem man die Bearbeitung durch den Menschen als Artefakt adhoc ansieht.
Erste Modellversuche mit dem Nachbau des Pfeils
haben die sinnvolle und elegante Konstruktion des Pfeils belegt. Auch seine
grundsätzliche Flugtauglichkeit wurde erfolgreich getestet. Im Dokument V903 sind die
Versuche beschrieben.
Bild 48 V402(Fischstecherkopf-Tri-Facies),
IMG_3358
Hier ist die Kleinskulptur ‘Nagetier’ im Vordergrund.
Der Stein konnte als
Fischstecherkopf dienen und stellt
gleichzeitig eine polymorphe Kleinskulptur mit drei Tierfiguren (Nager – Affe –
Bär) dar.
Der prähistorische Künstler hat bei seinen Gravuren und Meißelarbeiten
geschickt den Umstand genutzt, dass sich unter einer teilweise dünnen
Quarzschicht bei diesem Stein eine dunkle Gesteinsschicht anschließt. Durch
Freigravieren der dunklen Schicht hat er so z.B. die Augen des Nagers und das
zottelige Bärenfell sowie das Gebiss des Affen dauerhaft darstellen können;
denn sowohl die helle als auch die dunkle Farbgebung basiert auf dauerhaften Gesteinselementen.
Der Stein kann bei den drei Kleinskulpturseitenansichten, die aus
Halbreliefs bestehen, fest auf einer ebenen Grundfläche aufgestellt werden. Von
den beiden anderen Darstellungen ist in der jeweiligen Position der
Einzelskulptur dann nichts mehr im Sichtfeld.
Bild 49 V402(Fischstecherkopf-Tri-Facies),
IMG_3357
Hier ist die
Kleinskulptur ‘Affe’ dem Fotografen und dem Betrachter zugewandt.
Bild 50 V402(Fischstecherkopf-Tri-Facies),
IMG_3360
Hier sieht man die
Skulptur des Bären mit dem zotteligen Nackenfell.
Diese künstlerischen Darstellungen sind Realität. Wie der Autor
festgestellt hat, werden sie bisher von der wissenschaftlichen Archäologie nicht
als Indiz für die Bearbeitung durch den Menschen angesehen. Der Verfasser ist
jedoch der Auffassung, dass dies aus einer unvollständigen Sicht beruht und die
Archäologie ihre diesbezügliche Auffassung
revidieren sollte.
Karl Jaspers legt dar, dass der Mensch gar nicht anders kann, als sich
durch Kunst zu definieren.
Er führt in (10)
aus:
Die Natur des Menschen ist es,
nicht nur Natur zu sein, sondern durch Kunst sich hervorzubringen. Die Natur
des Menschen ist seine Künstlichkeit (Anm. 3).
Der Verfasser hält das Siegel eines Werkzeuges durch die Bearbeitung
des homo pingens für ein unmittelbar evidentes Indiz
dafür, dass jeder ein Kunstwerk tragende Stein mit
Gewissheit von der Hand eines
Menschen bearbeitet ist.
Zur Sicht der Dinge generell führt Christian Schütz OSB in (4) aus:
Unsere Augen lernen auf ihre
Umwelt zu reagieren, sie wählen aus, erschließen eine Welt und bauen sie auf.
Das Sehen ist also alles andere als ein mechanischer oder automatischer Vorgang
……Zum Sehen gehört das Sehen-Wollen ……
Fragt man nach dem, was beim
Sehen eigentlich geschieht, dann ist es nicht einfach zu sagen, ob wir uns
dabei auf die Dinge zubewegen oder ob die Dinge zu
uns kommen. Im Kern beinhaltet das Sehen wohl beide Richtungen. (4)
These:
Findet
man an prähistorischen Lagerplätzen
Artefakte, welche bemalt sind oder in
die eine oder mehrere Skulpturen eingearbeitet sind, erhalten sie durch diese Erscheinungsformen
der bildenden Kunst ein Authentizitätssiegel ersten Ranges. Sie sind nicht nur arte facta : kunstfertig
verfertigte (Gegenstände), (facta = lat.
Pl. neutr. vom PPP von facere = (ver)fertigen,
bilden), sondern sie sind Gegenstand von
ars facta : ausgeübte bildende
Kunst (facta
= lat.
Sg. fem. vom PPP von facere). Orte mit diesen Funden belegen, dass der Mensch
als homo pingens sich dort aufgehalten hat, weil er sich hier gemäß seiner dem Menschsein von
Anfang an mitgegebenen Eigenschaft als symbolisches Wesen geäußert hat.
1.9 Homo VOVENS
Zum Wesen der Mensch gehört ein Gespür und eine Hinwendung zu einer
Gottheit. Um diese günstig zu stimmen, hat er ihr als homo vovens (von lat. vovere
= weihen, geloben) Weihegeschenke gemacht. Hierzu kann der Autor einen Fund aus
Niederkrüchten-Hillenkamp als Beleg anführen.
Fuß in seitlicher
Lage, rechte Außenseite oben.
Fußsohle mit Verse nach
oben gerichtet. Diese hat eine Längs- und Querwölbung.
Es handelt sich um die Plastik eines rechten
Fußes. Der Fuß ist fest auf eine Ebene aufzusetzen.
Bedenkt man, dass in der Steinzeit die Füße das einzige
Fortbewegungsmittel waren, so wird einem bewusst, wie wichtig gesunde Füße für
die damaligen Menschen waren. Man kann dann verstehen, dass sie sich an die
Gottheit wandten und sie mit einem Weihegeschenk günstig stimmen wollten, ihnen
immer gesunde Füße zu erhalten, weil sie so essentiell wichtig waren. Ein
Mensch, welcher der Horde nicht mehr folgen konnte, musste wohl seinem
Schicksal überlassen werden.
Nach Auffassung des Autors handelt es sich bei dem Fuß um eine
steinzeitliche Votivgabe.
Votivgaben sind gemäß moderner Lexika Weihegeschenke, die der Gottheit
infolge eines Gelübdes geweiht werden. Zur Erinnerung an mit Erfolg erflehte
Heilungen wurden auch noch in jüngerer Vergangenheit Nachbildungen von Körperteilen in
katholischen Wallfahrtskirchen als
Weihegeschenke dargebracht.
These:
Findet man an prähistorischen Lagerplätzen Steine, die eine
Votivgabe darstellen, so zeugt das von der früheren Anwesenheit eines Menschen;
denn zu dessen Natur gehören ein Gespür
für ein höheres Wesen und der Wunsch, dieses ihm günstig zu stimmen.
Der Übersicht halber sind hier noch einmal die Thesen vom Ende
eines jeden Kapitels aufgelistet. Sie sind ergänzt durch eine Aussage, an
welchen Rast/Wohnplätzen Belegfunde für die jeweilige These nachgewiesen
werden.
These zu Kapitel 1.0 HOMO AGENS:
Sind an einem Steinfund
aus einem Fundort mit hoher Funddichte
eindeutige Spuren von Epaphie vorhanden,
so geht die dem Steinfund durch Idiopoesie und sein
Auffinden im Konnex von spezifischeren,
leicht oder intensiv bearbeiteten Funden
eines Fundplatzes bereits anhaftende
potentielle Authentizität in eine
vollwertige Authentizität über.
Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen
Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.
Thesen zu Kapitel 1.1 HOMO EXPLORANS:
Zu 1.1.1 Erkundung und Kartierung eines Lebensraumes
Findet sich an einem steinzeitlichen Wohnplatz in Europa eine
Relief-Karte von Europa mit gleichzeitiger Kompasssfunktion,
so beweist dies authentisch, dass hier der intelligente homo explorans großräumig seinen Lebensbereich erkundet,
manifestiert und für eine eventuelle Rückorientierung vorgesorgt hat.
Zu 1.1.2 Wahl eines Wohnplatzes
Liegen benachbarte steinzeitliche Fundplätze so, dass sie nach Klima-, Wohn- sowie Ernährungs- und
Sozial-Kriterien eine optimale Lage aufweisen, so beweist dies, dass
der Mensch sie in seiner Eigenschaft als homo
explorans als dauerhafte Aufenthaltsorte selektiert
hat und die Fundorte somit authentisch
sind.
Zu 1.1.3 Orientierung
durch Richtungsgeber
Findet man an steinzeitlichen Wohnplätzen technisch elegante Hilfsmittel zum
Auskundschaften ihrer Umgebung, so sind die Funde ein Beweis dafür, dass der homo explorans - seine nur ihm eigene Fähigkeit und Intelligenz nutzend - hier wirklich gelebt hat.
Diese Thesen sind belegt durch Funde oder Geländeprofile aus
den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und
Viersen-Helenabrunn.
These zu Kapitel 1.2 HOMO CAPTANS :
Tauchen an einem Fundort Jagdgeräte mit raffinierter Fertigung und Beigaben
sowie bemalte Faustkeile auf, die
Jagdszenen darstellen, so beweist dies authentisch, dass sich an diesem Fundort
der Mensch als homo captans aufgehalten hat.
Diese These ist belegt durch Funde aus dem Rast/Wohnplätzen
Viersen-Helenabrunn.
These zu Kapitel 1.3 HOMO PISCANS:
Tauchen an einem Fundort Geräte auf, die für den Fischfang
geeignet sind und als Siegel der Authentizität teilweise zusätzlich Werke der
bildenden Kunst in Form von Kleinskulpturen
enthalten, so beweist dies, dass sich an diesem Fundort der Mensch als
homo piscens aufgehalten hat.
Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen
Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.
These zu Kapitel 1.4 HOMO COMEDENS:
Gibt es an einem Fundort Geräte, die für die
Zubereitung und Aufnahme von Nahrung geeignet sind und zum Teil sogar als
Siegel der Authentizität zusätzlich Werke der bildenden Kunst in Form von
Kleinskulpturen enthalten, so beweist
dies, dass an diesem Fundort der Mensch als homo comedens gelebt hat.
Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen
Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.
These zu Kapitel 1.5 HOMO FABRICANS:
Liest man an einem
Fundort Steine auf, welche Zeugnisse der
handwerklichen Fähigkeiten und Experimentierlust des Menschen sind, so beweist
dies die frühere Anwesenheit des Menschen in seiner Eigenschaft als homo fabricans an diesem Ort.
Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen
Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.
These zu Kapitel 1.6 HOMO OBSERVANS:
Findet man an steinzeitlichen
Lagerplätzen Steine zur Beobachtung der Gestirne, welche der Bestimmung der
Jahres- und Tageszeit dienen, so beweist dies die Anwesenheit des Menschen an diesen Orten, der
seine Intelligenz einsetzen musste, um
als homo observans den unbeirrbaren und konstanten Lauf der
Gestirne zu seiner Orientierung zu nutzen.
Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen
Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.
These zu Kapitel 1.7 HOMO EDUCANS:
Findet man an einem
steinzeitlichen Lagerplatz einen Stein
zur sexuellen Aufklärung Heranwachsender, so ist dies ein Beweis dafür, dass
sich dort Menschen im Familienverbund aufgehalten und mit Hilfe eines
einfachen Hilfsmittels die Sexualerziehung ihres geschlechtsreif
werden Nachwuchses durchgeführt haben.
Diese These ist belegt durch einen Fund aus dem Rast/Wohnplatz
Viersen-Helenabrunn.
Thesen zu Kapitel 1.8 HOMO
PINGENS:
Findet man an
steinzeitlichen Lagerplätzen Artefakte, welche bemalt sind oder in die eine oder mehrere
Skulpturen eingearbeitet sind, erhalten sie durch diese Erscheinungsformen der
bildenden Kunst ein Authentizitätssiegel ersten Ranges. Sie sind nicht nur arte
facta: kunstfertig verfertigte (Gegenstände), (facta = lat. Pl. neutr. vom PPP von facere = (ver)fertigen, bilden),
sondern sie sind Gegenstand von ars facta: ausgeübte bildende Kunst (facta = lat.
Sg. fem. vom PPP von facere). Orte mit diesen Funden belegen, dass der Mensch
als homo pingens sich
dort aufgehalten hat, weil er sich hier
gemäß seiner dem Menschsein von Anfang an mitgegebenen Eigenschaft als
symbolisches Wesen geäußert hat.
Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen
Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.
These zu Kapitel 1.9 HOMO VOVENS:
Findet man an
prähistorischen Lagerplätzen Steine, die eine Votivgabe darstellen, so
zeugt das von der früheren Anwesenheit eines Menschen; denn zu dessen
Natur gehören ein Gespür für ein höheres
Wesen und der Wunsch, dieses ihm günstig zu stimmen.
Diese These ist belegt durch einen Fund aus dem Rast/Wohnplatz
Niederkrüchten-Hillenkamp.
Die Grundbedürfnisse der Menschen ergeben sich aus seiner
Natur, haben kumulativen Charakter und müssen deshalb alle an einem Wohnplatz
befriedigt werden.
Die obige Auflistung der Thesen und der Belegorte
zeigt, dass bis auf die Bedürfnisse Jagd (homo captans), Erziehung (homo educans) und Verehrung einer Gottheit (homo vovens) alle behandelten
Grundbedürfnisse des Menschen sich als homo-gene, vom Menschen stammenden Spuren in Funden von
allen Rast/Wohnplätzen niederschlagen.
Hätte sich nur verstreut je ein Fund ergeben, hätte man nicht
von einem Wohnplatz reden können.
Die Zugehörigkeit der Funde zur Steinzeit ist auch dem Laien,
der ja schon oft als Finder bedeutender frühgeschichtlicher Funde in
Erscheinung getreten ist, unmittelbar aus dem archaischen, groben und
ungeschlachten Äußeren, Abarbeitung an Funktionspunkten, Windschliff und
Patinierung derselben erkennbar.
Der Verfasser zieht aus seinen Thesen und der evidenten
Zugehörigkeit der Funde zur Steinzeit folgenden Schluss:
Die Fundorte
Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn sind
authentische steinzeitliche Fundorte.
Die rein philosophische
Betrachtung der Funde auf der Basis der menschlichen Grundbedürfnisse und der
exklusiven Fähigkeit des Menschen, Kunstwerke zu schaffen, beweist, dass dort
prähistorische Menschen gelebt haben.
Der Autor hat sich jedoch einer Aussage darüber zu enthalten, wann
in der Steinzeit diese Menschen dort gelebt haben und welche
Menschen
sich dort aufgehalten haben.
Den Schlussbemerkungen möchte ich ein Zitat der
„..sowohl die P. …… als auch die Urgeschichtsforschung sind empirische
Wissenschaften: Altes Wissen wird korrigiert, ergänzt oder verworfen, neues
Wissen entsteht, um auch wiederum kritisch hinterfragt zu werden. Der
Forschungsstand, ein Status quo der Summe der Erkenntnisse, ist immer endlich –
die Weiterentwicklung gewiss !“
Der Autor möchte mit
dieser Arbeit zwei Anstöße zur Weiterentwicklung der Urgeschichtsforschung
geben:
1) Die Einbeziehung von Epaphie als Beweismittel der Forschung.
Mit den heutigen Mitteln der Wissenschaft sollte es möglich
sein, mikroskopisch und chemisch nachzuweisen, was schon das Auge als Folge der
Berührung durch den Menschen über einen langen Zeitraum erkennt.
Dass ein Stein, welcher über einen langen Zeitraum in einem
Fluss liegt, Veränderungsspuren zeigt, ist anerkannt. Dass ein Stein, der über
einen langen Zeitraum – wegen des Stagnation der Entwicklung in der Steinzeit
könnten dies ja durch Vererben von einer Generation zur anderen Jahrtausende
sein - durch die Hände von Menschen gegangen ist und täglich gebraucht wurde,
Spuren von Schweiß (Sudation),
Fett (Pinguetion), Glättung (Stilbotion) und Rasur zeigt, sollte man zugunsten der
Weiterentwicklung der Wissenschaft nicht ohne ernsthafte Prüfung von der Hand
weisen.
Eine neue Nomenklatur dazu stellt
der Autor im
Kapitel 1.0, HOMO AGENS bereit.
2) Die Einbeziehung von bildender Kunst als Beweismittel der
Forschung.
Ein unmittelbar evidentes Zeichen der Bearbeitung durch den
Menschen an einem Stein ist seine Trägerschaft eines Kunstwerks, wie Hans Jonas
es meisterhaft dargelegt hat (3). Sie ist qualitativ sogar
höher einzuschätzen als die Bearbeitung zu einem Gerät oder wie Martin
Heidegger es nennt, zu einem Zeug. Den Unterschied und die Werteinstufung erläutert
auch Martin Heidegger trefflich in seiner Schrift über den Ursprung des
Kunstwerks (9). Karl Jaspers ist überzeugt, dass der Mensch
sich seit je durch die Kunst definiert (10). Darauf wurde
im Kapitel 1.8 über den HOMO PINGENS näher eingegangen.
Die drei Fundorte, an denen der Autor seine Lesefunde gesammelt
hat, stammen von Orten, welche nicht
durch die letzten Eiszeiten blank
gehobelt wurden. An den Fundorten Viersen-Helenabrunn und Wegberg-Klinkum ist kaum
noch unberührter Lößboden vorhanden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass dort durch moderne, mit Untergründern
bestückte Großpflüge Funde bis in Schichten der Altsteinzeit aufgepflügt wurden.
Der Autor möchte schließen mit einem Spruch aus der
Datenverarbeitung, in welcher er während langen Jahren seiner aktiven
Berufszeit tätig war. „Software makes hardware happen“. Die heutige
Archäologie ist zu „hardware-lastig“. Sie muss der Software,
den weichen Faktoren mehr Spielraum geben. Der Hardware Stein ist mehr zu entlocken als es durch seine
Eigenschaft als handwerklich behauener Faustkeil, Artefakt und dessen aus der Art der Fertigung
gewonnenen Zuordnung zu bestimmten Zeit- und Kulturperioden alleine möglich
ist.
Das vom Autor in die Diskussion gebrachte Kriterium Epaphie ist weich in dem Sinne, das es durch Spuren am
Stein manifestiert ist, welche nicht von
der Bearbeitung mit harten Werkzeugen herrühren, sondern welche sich durch die
weichen Hände des Menschen
niedergeschlagen haben.
Eine Software von weit höherer Qualität ist die der philosophischen
Betrachtung, welche die generellen Bedürfnissen des Menschen (siehe 1
Diskussion) ihren Überlegungen zugrunde
legen kann und welche auf der exklusiven
Fähigkeit des Menschen, Kunstwerke zu schaffen, beruht, siehe Zitate aus (4),(9),(10).
Schließt man die vom
Autor vorgeschlagenen Kriterien in die Untersuchungsmethoden der Archäologie
ein, so steht ein breiteres Spektrum für
die Validierung von
Funden zur Verfügung. Ferner wird so eher ausgeschlossen, dass kulturell hochwertige
Funde sowohl beim Suchen im Felde als auch bei der Beurteilung durch die
Denkmalpflege durch das Raster fallen und der Allgemeinheit damit vorenthalten
werden.
Abkürzungen
DGK5 Boden = Deutsche Grundkarte 1:5000 Bodenkarte
gr.: griechisch
neutr.: neutrum =
sächlich
OSB = Ordo Sancti Benedicti
Pl.:
Plural = Mehrzahl
PPP: Partizip
Perfekt Passiv
Sg.: Singular = Einzahl
Begriff
Bahn
= stumpfe Seite des
Hammerkopfes
Craquelierung
= durch Feuer verursachte Risse und Aussprünge
Epaphie: = durch Berührung und
Betasten durch den Menschen entstandene
Gesteinsspuren von gr. επαφή; die Betonung liegt auf der unterstrichenen
Silbe
Finne
= spitze Seite des
Hammerkopfes
Homo = von lat. Mensch
Homo
agens = der Mensch als Handelnder von lat. agere : handeln
Homo explorans = der Mensch als Auskundschaftender
von lat. explorare :
auskundschaften,
erproben
Homo captans = der Mensch als Jagender
von lat. captare : jagen
Homo piscans = der Mensch als Fischender
von lat. piscari : fischen
Homo comedens = der Mensch als Essender
von lat. comedere : essen
Homo fabricans = der Mensch als Verfertigender
von lat. fabricare : verfertigen
Homo observans = der Mensch als Beobachtender
von lat. observare :
beobachten
Homo educans = der Mensch als Erziehender
von lat. educare : erziehen
Homo pingens = der Mensch als Abbildender
von lat. pingere : abbilden
Homo vovens = der Mensch als Weihender
von lat. vovere : weihen
Idiopoesie = Aneignung
von gr. ίδιοποίησις
Nomenklatur = Gesamtheit der Benennungen in einem
Wissensgebiet
Pinguetion = Epaphie infolge
von Fett von lat. pingue das Fett
Rasur = Epaphie infolge
von auskratzen, schaben von lat. radere
Stilbotion = Durch Epaphie entstandener Glanz von gr.
ςτίλβω erglänzen
Sudation =
Epaphie infolge
von Schweiß von lat. sudare schwitzen
Validierung = Überprüfung auf Gültigkeit
Nummer
1 V202 (Sextant_Fruehlingssonne.JPG)
2 V215 (Sonnenschattenuhr
“Weißnase“, IMG_3089)
3 V605 (Stößel senkrecht,
IMG_V605)
4 N203 (Handkalender,
IMG_3108)
5 V503 (Besteckkopf
Griffseite, IMG_3149)
6 V503 (Besteckkopf
Besteckseite, IMG_3148)
7 V212
(Sonnenschattenuhr
“Spitzkuchen“ Oberseite, IMG_2470 )
8 V212
(Sonnenschattenuhr
“Spitzkuchen“ Unterseite, IMG_2471 )
9 V212
(Sonnenschattenuhr
“Spitzkuchen“ Schmalseite mit Blitzlicht,
IMG_3153 )
10 V212 (Sonnenschattenuhr
“Spitzkuchen“ Schmalseite ohne
Blitzlicht, IMG_3154 )
11 W274S ( Europa-Relief,
IMG_3393)
12 W274S ( Europa-Vegetation_Eiszeit, IMG_W274S)
13 W271S (Kompass über
Sonnenuhr, IMG_3216)
14 W271S (Kompass neben
Sonnenuhr, IMG_3244)
15 W276S (Kompass-Wildschwein,
IMG_3404)
16 W271S
(Kompass über
Sonnenuhr mit Winkeln zur West-Ost-Achse, IMG_3216)
17 V903 (Vogeljagd,
IMG_2534)
18 V301 (Speerspitze-Quarz,
IMG_3367)
19 V302 (Speerspitze-Feinsandstein, IMG_3370)
20 V303 (Speerspitze-Gift,
IMG_3364)
21 V303 (Giftpfeil,
IMG_V303)
22 W401 (Fischstecherkopf,
IMG_3708)
23 V401 (Fischstecher_Griff, IMG_V401)
24 V402 (Tri_Facies, IMG_3356)
25 fällt aus
26
V604 (Stampfer_gegriffen, IMG_V604)
27
V604 (Stampfer,
IMG_3311)
28
V601 (Teigrolle,
IMG_3323)
29 V606 (Hackmesser, IMG_V606)
30
V606 (Hackmesser-Kröte,
IMG_3314)
31
V504 (Kratzer, IMG_3340)
32
W604 (Feuerschaden,
IMG_3707)
33
V503 (Besteckkopf,
IMG_3148)
34
V503 (Besteckkopf-Löwe-Mensch,IMG_3329)
35
V507 (Besteckkopf-Mensch,
IMG_3345)
36
V507 (Besteckkopf,
IMG_3346)
37
V501 (Hammerkopf,
IMG_V501)
38
V902 (Bohrproben,
IMG_2655)
39
V902 (Bohrproben,
IMG_2654)
40
V902 (Bohrproben,
IMG_2543)
41
V201 (Sonnenuhr,
IMG_2447)
42
W203S (Waage,
IMG_2617)
43
V253 (Nectarius, IMG_3168)
44
W275S (Sonne-Mond-Zeiger,
IMG_3706)
45
V903 (Vogeljagd,
IMG_2534)
46
V903 (Vogeljagd,
IMG_2535)
47
V903 (Vogeljagd,
IMG_2536)
48
V402 (Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3358
49
V402 (Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3357
50
V402 (Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3360
51
N903 (Fuß),
IMG_3665
52
N903 (Fuß),
IMG_3666
1) Naturschutzzentrum im Kreis
Kleve –Landschaftsentwicklung, Internet: www.nz-Kleve.de/Praesentation/ Lebensraeume/Lb_hom_d.htm
2) Landschaftsmuseum Obermain, 95326
Kulmbach, Plassenburg, www.landschaftsmuseum.de/Bilder/
Veget_Eiszeit-2.jpg
3) Jonas, Hans : Zwischen
Nichts und Ewigkeit, 2. Aufsatz DIE FREIHEIT DES BILDENS. „Homo pictor und die differentia des
Menschen“, Seite 27, Verlag VANDENHOECK & RUPPRECHT, Göttingen, 1963
4) Schütz, Christian : Mit den
Sinnen glauben, VIER-TÜRME-VERLAG MÜNSTERSCHWARZACH, 1996, Bd. 97, Seite 27
8) Schmitz, Ralf W. und
Thissen, Jürgen, Neandertal, Die Geschichte geht
weiter, Spektrum, Heidelberg – Berlin, 2001, S. 95
9) Heidegger, Martin, Der
Ursprung des Kunstwerks, Reclam, Stuttgart, 1960
10) Jaspers, Karl, vom Ursprung
und Ziel der Geschichte, Seite 62, Verlag R. Piper & Co., München, 1960
Der
Autor bedankt sich bei Herrn Dr. Reiner
Schmitt, Heinsberg, für die Anregung zu dieser Arbeit.
Der
Autor bedankt sich bei Herrn Dr. Klaus Skupin,
Dipl.-Geologe beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld, für die fachmännische
Bestimmung der Gesteinsarten der Funde.
Der
Autor bedankt sich bei Herrn Dipl.-Ing. Wilfried Lorenz, Erkelenz, für sein
rigoroses Lektorat.
Dank
des Verfassers gilt auch seinem ehemaligen Amtsleiter beim Vermessungs- und
Katasteramt Mönchengladbach, Herrn Vermessungsdirektor a.D. Karl-Heinz Thissen,
Erkelenz, für seine großherzige Ermunterung des Autors, sich von Widerständen
und Ablehnung gegenüber seinen Untersuchungen nicht entmutigen zu lassen.
Der
Autor widmet diese Arbeit seinem Freund Gerd
Westerdorff, Niederkrüchten, wegen der
aus geheimnisvollen Freundschaftsbanden gegebenen Anstöße für die Suche
an den Fundstellen in Wegberg und Niederkrüchten.
Aus Sicherheitsgründen hier gecancelt.
Ein
Index wird in der HTML-Version der Dissertation nicht angeboten, weil es dort
keine Seitenangaben gibt.
Der
Leser möge sich zum schnellen Auffinden der Kapitel der Text-internen Links im
Inhaltsverzeichnis und im laufenden Text
bedienen.
Anmerkungen
1 siehe hierzu die ausführliche Dokumentation
des Autors unter Fund_Viersen\Sonnenobservation\V212 .
2 für Giftzusatz, siehe V303 !
3 nicht zu verwechseln mit gekünstelt sein;
vielmehr Ausdruck für die essentielle Bestimmtheit durch Kunst