„HOMO-gene“ ARGUMENTE für die authentizität VON DREI STEINZEITLICHEN fundplÄtzeN zwischen RUR, MAAS und RHEIN

 

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von

Dipl. Ing. Hans Grams

aus Mönchengladbach

 

ABSTRACT

Diese Arbeit befasst sich mit „HOMO-genen“ Argumenten, welche die Authentizität von drei steinzeitlichen Fundplätzen in einem Gebiet zwischen den Flüssen Rur, Maas und Rhein mit philosophischen Mitteln beweisen. HOMO steht hier für Mensch (lat. homo) und nicht für gleich (gr. ομοσ).

Der Autor belegt seine Thesen mit Funden, welche er selbst nacheinander in den Gemeinden Viersen, Wegberg und Niederkrüchten in dem Zeitraum 2004 – 2005 gemacht hat.

Es werden Funde zu zehn menschlichen Grundbedürfnissen und – eigenschaften angeführt und erläutert. Jedes Kapitel schließt mit einer These ab. Wegen eines neuen Denkansatzes im Kapitel HOMO AGENS musste  dort eine neue Nomenklatur geschaffen werden.

Der Autor kommt auf rein philosophischem Wege zu dem Schluss, dass die Fundorte authentische steinzeitliche Wohn- oder Rastplätze waren. Über die Datierung der Funde und die Kulturperiode, aus der sie stammen, enthält sich der Autor jedoch jeden Urteils.

Er schlägt  in zwei Punkten eine Erweiterung der Validierungskriterien in der Frühgeschichtsforschung vor. Dies sind die Epaphie (durch Berührung und Betasten durch den Menschen entstandene Gesteinsspuren) und die Einbeziehung von bildender Kunst in die Beurteilung von Steinfunden.

Der Autor hält folgende Funde für besonders wertvoll: seinen Erstfund Hammerkopf (V501), Sonnenuhr (V201), Fischstecherkopf-Tri-Facies (V402), Bohrproben (V902), Europa-Relief (W274S) und Fuß (N903).

Die behördliche Denkmalpflege enthält den Funden bisher ihre Anerkennung vor.

 

„HOMO-gene“ ARGUMENTs for THE  authenticiTY OF  THREE  STONE-AGE Archaeological SITES located between   THE RIVERS OF  RUR, Meuse, AND RHINe

 

ABSTRACT

 

This essay deals with „HOMO-gene" arguments by philosophical means which prove the authenticity of three stone-age archaeological sites in a territory situated between the rivers Rur, Meuse, and Rhine. HOMO here signifies ‘man’ (Latin Homo) and not ‘same’ (Greek ομος).

The author proves these theses with finds, made by himself on separate occasions near the towns of Viersen, Wegberg, and Niederkrüchten (German region of Rhineland) during the period 2004 to 2005.

There are mentioned and explained finds concerning ten basic human needs and qualities. Each chapter concludes with a thesis. Because of a new way of thinking in the chapter HOMO AGENS there had to be created a new nomenclature.

The author concludes in a purely philosophical way that the archaeological sites were authentic stone-age dwelling or rest-places. Concerning the dating of finds and the cultural period they come from, the author abstains from making any judgement.

He proposes an extension of the validation-criteria of the palaeolithic research. This consists of epaphy ( prints on stones originating from touch and contact by man) and the inclusion of fine arts into the evaluation of stone-age findings.

The author regards the following finds as extraordinarily precious: his first find V501, Hammerkopf (hammer-head), V201, Sonnenuhr (sundial), V402, Fischstecherkopf-Tri-Facies (fishing tackle grip), V902, Bohrproben (drill-specimens), W274S, Europa-Relief (relief of Europe) and N903, Fuß (foot).

Up to now, the official preservations of archaeological finds have withheld their acknowledgement.

 

 

Inhaltsverzeichnis

1   DISKUSSION

 

   1.0   HOMO AGENS  

 

           1.0.1         Idiopoesie 

           1.0.2         Epaphie  

           1.0.2.1             Sudation 

           1.0.2.2             Pinguetion 

           1.0.2.3             Stilbotion 

           1.0.2.4             Rasur 

 

   1.1   HOMO EXPLORANS

 

          1.1.1 Erkundung und Kartierung  eines Lebensraumes

          1.1.2 Wahl eines Wohnplatzes

          1.1.3 Orientierung durch Richtungsgeber

 

   1.2   HOMO CAPTANS

 

   1.3    HOMO PISCANS

 

   1.4   HOMO COMEDENS

 

   1.5   HOMO FABRICANS

 

   1.6   HOMO OBSERVANS

 

   1.7   HOMO EDUCANS

 

   1.8   HOMO PINGENS

 

           1.8.1 Bildende Kunst

           1.8.1.1 Malerei

           1.8.1.2 Bildhauerei

 

   1.9   HOMO VOVENS

 

2   SCHLUSSFOLGERUNGEN

 

3   SCHLUSSBEMERKUNGEN

 

4   Abkürzungsverzeichnis

 

5   Glossar

 

6   Abbildungsverzeichnis

 

7    Literaturverzeichnis

 

8    Danksagungen / Widmung

 

9    Lebenslauf

 

10  Index

 

 

 

Alle Funde sind durch mindestens ein Bild und eine textliche Erläuterung dokumentiert. Die Bilder und Dateien, auf die im Text besonders verwiesen wird, sind durch Hyperlink verknüpft.


1  DISKUSSION

1.0  HOMO AGENS

Der Mensch hinterlässt als Agierender (von lat. agere = handeln) in vielfältiger Form seine nur  ihm eigenen Spuren.

Diese Fährten aufzufinden, ist somit eine Methode, um zu ermitteln, welche Wege er gegangen ist und wo er sich aufgehalten hat. 

 

1.0.1  Idiopoesie

        

Der steinzeitliche Mensch hat sich Steine, welche er für irgendeinen Zweck gebrauchen konnte, einfach  angeeignet. Diese Tätigkeit wird in dieser Arbeit als Idiopoesie (von gr.  ίδιοποίησις = Aneignung) bezeichnet. Im Idealfall war der Stein bereits so geformt oder durch Gesteinsadern geprägt (Gestirnsobservation), dass der steinzeitliche Mensch diesen ohne die geringste Bearbeitung etwa durch Schlagen, Klopfen, Meißeln, Sticheln, Schleifen oder Bohren verwenden konnte. Siehe hierzu

Bild 1  V202  (Sextant Fruehlingssonne.JPG)

 

Bild 2  V215 (Sonnenschattenuhr “Weißnase“,IMG_3089)

 

Bild 3  V605 (Stößel senkrecht,IMG_V605)

 

Bild 4  N203 (Handkalender,IMG_3108)

 

Bei diesen Funden kann es sich um zufällig an diesen Fundort gelangte Gegenstände  handeln. Die Tatsache der Verwendbarkeit durch den Menschen ist jedoch ein erstes Indiz dafür, dass sie auch tatsächlich verwendet wurden. Im Kontext der  spezifischeren, leicht oder intensiv bearbeiteten  Funde eines Fundplatzes passen sie sich in ein Gesamtgefüge ein und erhalten dadurch auch selbst einen zumindest potentiellen  Authentizitätsnachweis, ohne ein Artefakt zu sein.

1.0.2  Epaphie  

Der vom prähistorischen Menschen angeeignete Stein wird bei der Verwendung über einen langen Zeitraum - wegen des Stagnation der Entwicklung in der Steinzeit könnten dies ja durch Vererben von einer Generation zur anderen Jahrtausende sein -  selbst genutzt und dann vererbt. Dabei wird er immer  wieder berührt und betastet. Dieser Vorgang wird vom Autor im Rahmen dieser Arbeit Epaphie (von gr. επαφή = Betastung, Berührung) genannt.

Die Epaphie lässt sich vielfältig untergliedern. Hier werden  beispielhaft vier Bereiche angesprochen.

 

1.0.2.1 Sudation

 

Der Begriff kommt vom lateinischen Verb sudare (schwitzen) und ist im Englischen so noch in Gebrauch.

Der im  Bild 3 dargestellte Stößel ist  ein Feuersteingeröll vom Typ „Maas-Ei“. Betastet man ihn und legt man in der am besten geeigneten Position, an der sich sozusagen als „Gebrauchsanweisung“ ein kleines Loch befindet, die Finger (Zeigefinger, Ringfinger  und Mittelfinger der rechten Hand) an den Stein, so berührt man diesen  in den Zonen, welche durch die leicht rötliche Tönung gekennzeichnet sind. Der Autor geht davon aus, dass die rötlichen Zonen sich unter Mitwirkung  von menschlichem Schweiß  gebildet haben. Es ist denkbar, dass der Stößel beim Herstellen der Steinzeitfarbe Ocker verwendet wurde, der vor allem das wasserhaltige Eisenoxid Goethit (Fe2O3.H2O) enthält. Durch den Staub, welcher dabei anfiel und sich mit dem Schweiß des Menschen vermengte, könnte Eisenoxyd auf den Feuerstein übertragen worden sein. Hier müsste natürlich die Arbeit eines Chemikers, Petrologen oder Mineralogen ansetzen, um  dieses durch Experimente zu erhärten.

 

1.0.2.2  Pinguetion   

 

Dieser Begriff ist eine Neuschöpfung des Autors für diese Arbeit. Es liegt ihm das lateinische Wort pingue (Fett) zugrunde.

 

Bild 5   V503 ( Besteckkopf Griffseite, IMG_3149)

 

In diesem Bild sind Fett- und Rußflecken zu sehen.

 

Ein Loch an der Unterseite konnte mit verschiedenen Stöckchen (z.B. Spießen) im wahrsten Sinne des Wortes  besteckt werden.

 

Bild 6   V503 ( Besteckkopf Besteckseite, IMG_3148)

 

Mit diesem Werkzeug  konnte man dann Fische oder Fleischstücke  ins Feuer halten und wenn sie gar  waren, zum Mund führen.  Nebenher musste der Braten gewendet und das Feuer geschürt werden. Dadurch hinterließen die Steinzeitmenschen, deren Hygiene sicher nicht an  unsere heutige heranreichte, nachhaltige Fett- und auch Ruß-Spuren an dem Stein, den man als Besteckkopf in der Form eines Universalgriffs verwendete.

 

1.0.2.3  Stilbotion

 

Dieser Begriff ist eine Neuschöpfung des Autors für diese Arbeit. Es liegt ihm das griechische Verb  ςτίλβω (erglänzen) zugrunde.

 

Bild 7   V212 (Spitzkuchen Oberseite, IMG_2470)

                                                                                                                                                      

Bild 8   V212 (Spitzkuchen Unterseite, IMG_2471)

 

In Bild 7:V212 (Spitzkuchen Oberseite, IMG_2470) und in Bild 8:V212 (Spitzkuchen Unterseite, IMG_2471) ist eine steinzeitliche Schattenuhr mit Ober- und Unterseite dargestellt. Bei der Bedienung der Uhr gleitet der Finger immer wieder über die Oberseite, weil dort der Sonnenschatten erzeugt und abgelesen wird. Diese Seite des Steins hat dadurch einen Glanz wie durch eine Politur erhalten. Die wenig berührte Unterseite ist dagegen matt geblieben.

 

1.0.2.4  Rasur

 

Diesem Begriff liegt das lateinische Verb  radere (auskratzen, schaben) zugrunde.

 

Bild 9    V212 (Spitzkuchen Schmalseite mit Blitzlicht, IMG_3153)

 

Bild 10   V212  (Spitzkuchen Schmalseite ohne Blitzlicht, IMG_3154 )

 

 

 

Die Bilder 9 (Spitzkuchen Schmalseite mit Blitzlicht, IMG_3153 ) und 10  (Spitzkuchen Schmalseite ohne Blitzlicht, IMG_3154 ) der Sonnenschattenuhr (Anm. 1)  zeigen an der Stelle, wo der Fingernagel des Zeigefingers als Schattengeber in der Zeit zwischen den Äquinoktien und der Sommersonnenwende  eingegraben wurde, deutliche Kratzspuren. Durch das Einklemmen des Fingernagels wurde der Stein ausgekratzt. Es bildete sich dadurch - wie aus Bild 10 ersichtlich ist -  eine kleine Grube im Profil des Steins. Dasselbe gilt für den Schattengeberpunkt unten links, welcher in der Zeit zwischen der Wintersonnenwende und den Äquinoktien benutzt wurde.

Alle Funde wurden durch Augenschein auf Epaphie untersucht. Dabei fiel auf, dass bei Sandsteinen und quarzitischen Sandsteinen keine Epaphie erkennbar war.

These :

Sind an einem Steinfund  aus einem Fundort mit hoher Funddichte  eindeutige Spuren von Epaphie vorhanden,  so geht die dem Steinfund   durch Idiopoesie und sein Auffinden  im Konnex von spezifischeren, leicht oder intensiv bearbeiteten  Funden eines Fundplatzes bereits anhaftende  potentielle Authentizität in eine  vollwertige  Authentizität über.

 

1.1   Homo explorans

1.1.1  Erkundung und Kartierung eines Lebensraumes

 

Der Homo erectus bzw. sapiens brach von Afrika nach Europa in einen neuen Lebensraum auf. Er ging dabei nicht orientierungslos vor, sondern erkundete und kartierte das zu durchstreifende Gebiet. Er sorgte damit auch vor, jederzeit den Weg zum Ausgangsgebiet seiner großen Wanderzüge zurückzufinden. Er stellte Küsten,  Ebenen, eisbedeckte Zonen und Gebirge in einer Relief-Karte dar, welche ungefähr den Bereich des heutigen Nord-West-Europas umfasst. Die Rückseite des Steins kann im Zusammenhang mit der integrierten Sonnenuhr als Kompass benutzt werden.

Der Autor fand am 18.03.2005 auf dem Golfplatz Schmitzhof in 41844 Wegberg neben anderen Stücken eine Reliefkarte mit Kompass von Europa. In dem Kiesbett der Wege des Golfplatzes ist  in sekundärer Lage Steinmaterial  eingebaut, welches aus einem primären Fundort in und bei einer Kiesgrube in dem 3 km Luftlinie entfernten Wegberg-Klinkum herangeschafft wurde.
Der primäre Fundort ist mit zahlreichen Belegstücken und  ausführlichen Beschreibungen und weiteren Bildern unter den Bild- und Worddateien beschrieben, welche speziellen Interessenten nach Anfrage auch auf einer CD zur Verfügung gestellt werden können.

In der Datei W274S ist der Fund Reliefkarte-Europa inklusive seiner Handhabung als Sonnenuhr und Kompass detailliert erläutert.

 

Bild 11    W274S ( Europa-Relief, IMG_3393)

Die dreidimensionale Karte hat in der horizontalen Projektion einen Maßstab von ca. 1 : 54.000.000. Die Karte ist im Bild nach Norden ausgerichtet. Ein interessantes Detail ist die Halbinsel Kola (Schwanz des skandinavischen Löwen), die nicht von Eis bedeckt war.

Bei der Verwendung der Rückseite als Sonnenuhr dient die Relieffläche als Stellfläche zur horizontalen Ausrichtung. Die Flügel der Sonnenuhr auf dem Reliefstein sind um ca. 30° gegen die Horizontale geneigt, während die Flügel der Sonnenuhr V201 und des Kompasses W271 um ca. 50° gegen die Horizontale geneigt sind. Dies legt die Vermutung nahe, dass die  im Europa-Relief integrierte Sonnenuhr auf der Breite von Nordafrika (30° nördliche Breite) hergestellt wurde.
Der Kompass konnte  natürlich auch nachts über die zur Westrichtung senkrechte Nordrichtung, welche über den Polarstern gewonnen wurde, genutzt werden.

Dies passt zu der gesicherten Erkenntnis der Archäologie, dass der Homo erectus bzw. sapiens Europa von Afrika her erschloss.

Markant herausmodelliert  ist auch der in der Mitte des unteren Reliefrandes liegende Stiefel Italiens, welcher damals noch über die  siculo-tunesische Landbrücke mit Afrika verbunden war. Er bot sich also – der Mitte Europas gegenüber- und in der Mitte Nordafrikas liegend - für eine Übersiedelung von Afrika nach Europa an.

Man sollte eine Reliefkarte aus der Steinzeit eher mit einer Karte, welche die Vegetation zur Eiszeit in Europa inklusive vorgelagerter Küstenverläufe darstellt, vergleichen als mit einer Europakarte von heute. Das nachfolgende Bild 12 zeigt eine solche Karte (2).

 

 

Bild 12    W274S ( Europa-Vegetation_Eiszeit, IMG_W274S)

 

 

1.1.2  Wahl eines Wohnplatzes

 

Der Mensch nimmt als dauerhaften Rast- oder Wohnplatz nicht einen beliebigen Ort, sondern als homo explorans (von lat. explorare = auskundschaften, prüfen) kundschaftet er ihn lange aus und prüft ihn.

Der Fundort Viersen-Helenabrunn und die Fundorte Wegberg-Klinkum und Niederkrüchten–Hillenkamp liegen auf einer voreiszeitlichen Terrasse. In der vorletzten Eiszeit –  während der Saale-Kaltzeit, 300.000 – 128.000, wurde der Rhein nach Westen abgedrängt. Der Fundort Viersen liegt am linken Ufer der unteren Mittelterrasse 2a des  Rheins, welcher bis dort die voreiszeitliche Terrasse durch Seitenerosion abgegraben hat. Die beiden anderen Fundorte liegen in ähnlicher Lage an der Maasterrasse und an der Talaue der Schwalm. Sie liegen jeweils soweit landeinwärts, dass vorbeiziehende Wildherden gut zu beobachten waren. In der letzten Eiszeit – während der Weichsel-Kaltzeit, 115.000-10.000 v. Chr. -  hat das Eis das Niederrheingebiet nicht mehr erreicht (1). Somit war der Fundort ab dem Rückzug des Eises aus der Saale-Kaltzeit -  also weit vor 128.000 vor Chr. als Rast- oder Wohnplatz – wenn zunächst auch nur mit einer Tundren- und Kaltsteppenvegation bedeckt - grundsätzlich nutzbar, weil der Rhein seit Ende der Saale-Kaltzeit seine Erosionsarbeit beendet hatte und die Weichsel-Eiszeit nicht mehr bis an die Grenze der Saale-Eiszeit vordrang. Denkbar ist auch, dass sich in dem Landkeil zwischen Rur, Maas und Rhein Großwildherden wie Fische in einer Reuse verfingen und üppige Beute darstellten. In der Steinzeit bedeckte das Dreieck zwischen Maas und Rhein eine bedeutend geringere Fläche als heute. Die alten Flussufer, an denen die Paläolithiker lagerten, waren  viel weiter ins Landesinnere versetzt als wir es heute kennen. So beträgt die Entfernung vom Rheinknie bei Krefeld bis zur Maas nördlich von Roermond 46 Kilometer, während die Enfernung zwischen den damaligen Flussufern auf derselben Linie nur ganze 16 Kilometer betrug.

 Im übrigen waren die weiten Flusstäler von Rur, Maas mit dem Nebental Schwalm und Rhein sicherlich – da noch unverschmutzt - fischreiche Gewässer.

 

Alleine diese generellen Gegebenheiten haben  dem  homo explorans jedoch nicht ausgereicht. Er hat zusätzlich geprüft, ob der potentielle Wohnplatz der höchste Punkt in der Umgebung war, damit abfließendes Regenwasser nicht in seine Behausung drang. Ferner hat er  untersucht, ob in der Nähe Trinkwasser in Form von Oberflächenwasser oder Flüssen vorhanden war.

Dies ist im Folgenden durch Profile erläutert.

 

Siehe Datei Profile_Fundstellen

 

Die Längsprofile der Fundstellen sind im Maßstab 1:10.000 (Länge) und 1:500 (Höhe) dargestellt.

Die Längen und Höhen wurden der Topographischen Karte 1:25.000 des Landes NRW entnommen.

Alle Fundorte zeigen im Profil eine zum Wohnplatz hin sanft abfallende Geländeneigung, durch welche heranfließendes Oberflächenwasser als Trinkwasser genutzt werden konnte. Hinter dem Lagerplatz fällt das Gelände bald steil zu einer Flussterrasse ab, was auch Fischfang in der Nähe des Lagers ermöglichte.

Der Fundort Viersen zeigt noch die Besonderheit einer kleinen Warft-artigen Erhöhung am Wohnplatz selbst, so dass man gegen Oberflächen- und Regenwasser lokal auf kleinem Raum gefeit war. Die aufliegenden Lößschichten haben am Fundort Viersen-Helenabrunn laut Einsichtnahme der ’DGK5 Boden’ beim Katasteramt des Kreises  Viersen am 31.05.2005 nur eine Höhe von 0,80 – 1,20 m. Dann folgen dort schon Kies und Sand. Dies bestätigt an demselben Tag auch der Landwirt und Eigentümer Steffens. Dieser teilte dem Autor ferner mit, dass  in den 70-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit unter dem normalen Pflug befestigten so genannten ‚Untergründern’ der Boden bis in 50 – 60 cm Tiefe aufgeritzt wurde.

Am Fundort Wegberg-Klinkum haben die aufliegenden Lößschichten laut Einsichtnahme der ’DGK5 Boden’ beim Katasteramt des Kreises  Heinsberg am 09.06.2005 nur eine Höhe  von ca. 0,4 m. Dies bestätigt an demselben Tag auch ein Landwirt mit der Aussage, dass man in dieser Gegend nur 25 cm tief pflüge, um dabei nicht auf Sand zu stoßen. Bisweilen findet man nach der Aussage  dieses befragten Landwirtes auch Relikte der Steinzeit.

Die Geländeeinschnitte der Wolfskull – ein Trockental - und von Ompert, die in etwa parallel zum Rheintal hinführten, konnten als Schöpfstellen für Trinkwasser genutzt werden, das sich aus Oberflächenwasser speiste. Für das Jagen und Sammeln stand die riesige Fläche zwischen Rur, Maas und Rhein zur Verfügung.

Der einen Wohnplatz suchende prähistorische Mensch musste ferner auskundschaften, ob auch für seinen Körner-, Früchte-, Pilzgewächse-  und Heil- sowie Giftkräuterbedarf (Anm.2) ein ausreichendes Sammelgebiet in der Nähe war. Schließlich hatte er auch zu prüfen, ob eventuelle Nahrungskonkurrenten sich nicht in allzu großer Nähe niedergelassen hatten, so dass problemlos  soziale Kontakte mit diesen geknüpft, Handel getrieben  und gemeinsam Großwild gejagt werden konnte.

Für die Fundorte Viersen-Helenabrunn und die Fundorte Wegberg-Klinkum und Niederkrüchten–Hillenkamp treffen alle diese Kriterien zu.  

Die kürzeste Distanz zwischen den Fundorten (zwischen Wegberg-Klinkum und Niederkrüchten–Hillenkamp) beträgt 13,5 km.  

 

 

1.1.3  Orientierung durch Richtungsgeber

 

Will der Mensch ein Gelände auskundschaften, braucht er ein Hilfsmittel, das ihn bei der Orientierung zuverlässig leitet. Zumindest muss er sicherstellen können, dass er einen gegangenen weiten Weg auch wieder zurückfindet. Für diesen Zweck ist heute noch der Kompass, welcher die nach Norden ausgerichteten Kraftlinien des Erdmagnetfeldes nutzt, im Einsatz.

Diese Hilfe stand dem Steinzeitmenschen noch nicht zur Verfügung. Als natürliche Hilfsmittel konnte er sich zur Orientierung am Tage der Sonne und in der Nacht des Polarsterns bedienen.

Um diese beiden Gegebenheiten zu nutzen,  eignete sich der prähistorische Mensch Steine mit den Funktionen eines Richtungsgebers an und bearbeitete sie so, dass er sie - die Sonne und den Polarstern nutzend  - wie einen Kompass einsetzen konnte. 

Der Autor kann hierzu zwei Lesefunde vorweisen. Es handelt sich einmal um eine am Fundplatz Viersen-Helenabrunn aufgelesene Sonnenuhr mit der Fundnummer V201. Dann belegt insbesondere die „Kompass“ genannten Steine W271S und W276S diese obigen Aussagen.

 

Bild 13   W271S (Kompass über Sonnenuhr, IMG_3216)

Bild 14  W271S (Kompass neben Sonnenuhr, IMG_3244)

 

Bild 15  W276S (Kompass-Wildschwein, IMG_3404)

 

 

Der Stein W271S hat vom Material und der Maserung her große Ähnlichkeit mit der Sonnenuhr vom Fundort Viersen-Helenabrunn.

In den Stein W271S ist eine Sonnenuhr eingebaut. In der Äquatorialsonnenuhr aus dem Fundort Viersen bilden die Seitenflügel gegenüber der Ost-West-Linie symmetrische Winkel unter 40 °. Der Öffnungswinkel beträgt also 100 °. Die in den Stein W271 integrierte Mini-Äquatorialsonnenuhr  hat die Besonderheit, dass ihr linker Flügel senkrecht zur Nord-Südrichtung genau nach Westen zeigt. Ihr Öffnungswinkel beträgt somit 140 °.

Durch diese technisch elegante Lösung  kann zu jeder Tageszeit, an der die Sonne zu sehen ist, die West-Richtung und damit indirekt auch die Nordrichtung ermittelt werden. Das hat seinen Grund darin, dass der Sonnenschatten dann und nur dann parallel zur Mittelfurche einfällt und parallel über die Flügel streicht, wenn die Uhr waagerecht gehalten und der Schattengeber unter dem Winkel der geografischen Breite (bei uns sind dies 51 °) darüber schwebt. Mit anderen Worten: Der parallele Schattenverlauf der Sonne - das Charakteristikum der Äquatorialsonnenuhr - ist das Kriterium für die Ausrichtung  des Kompasses am Tage.

Ist im heutigen Kompass als konstante Richtung-gebende Einrichtung die stets nach Norden zeigende Magnetnadel, so muss die Nordrichtung in dem steinzeitlichen Kompass immer wieder neu aus der Richtung zum Polarstern oder durch Bedienen der integrierten Sonnenuhr ermittelt werden.

Die Kompass-Steine enthalten auch über die gesamte Oberfläche verteilt Rinnen, Marken und Vertiefungen, so dass die jeweiligen Zielrichtungen bei Tage gesehen und bei Nacht auch gefühlt werden konnten.

 

 

Bild 16    W271S (Kompass über Sonnenuhr mit Winkeln zur West-Ost-Achse, IMG_3216)

 

Das in der stationär genutzten großen Sonnenuhr erkannte Prinzip kann so ambulant im Sinne der Nordorientierung (Senkrechte zur West-Ost-Achse) genutzt werden.

 

Thesen:

Zu 1.1.1
Findet sich an einem steinzeitlichen Wohnplatz in Europa eine Relief-Karte von Europa mit gleichzeitiger Kompasssfunktion, so beweist dies authentisch, dass hier der intelligente homo explorans
 großräumig seinen Lebensbereich erkundet, manifestiert und für eine eventuelle Rückorientierung vorgesorgt hat.
Zu 1.1.2
Liegen benachbarte steinzeitliche Fundplätze  so, dass sie nach  Klima-, Wohn- sowie Ernährungs- und Sozial-Kriterien eine optimale Lage aufweisen, so beweist  dies, dass  der Mensch sie in seiner Eigenschaft als homo explorans als dauerhafte Aufenthaltsorte selektiert hat  und die Fundorte somit authentisch sind.
Zu 1.1.3
Findet man an steinzeitlichen Wohnplätzen  technisch elegante Hilfsmittel zum Auskundschaften ihrer Umgebung, so sind die Funde ein Beweis dafür, dass der homo explorans - seine nur ihm eigene Fähigkeit  und Intelligenz nutzend - hier wirklich  gelebt hat.

1.2   Homo captans

Der Steinzeitmensch übte Idiopoesie nicht nur mit Steinen aus, sondern er pflegte insgesamt eine idiopoetische Ökonomie. Jagdgut zog er nicht selber auf, sondern er eignete es sich an, indem er es erlegte.

Er kannte schon die Vogeljagd mit Pfeil und Bogen. Dies belegt der bemalte Faustkeil V903, welcher unter V903 und im Kapitel HOMO PINGENS näher unter dem Aspekt eines Kunstwerks beschrieben ist.

 

 

 

Bild 17   V903 (Vogeljagd, IMG_2534)

 

An dem Fundort Viersen-Helenabrunn konnte der Autor drei Lesefunde „Speerspitzen“ kollektieren.

 

Bild 18   V301 (Speerspitze-Quarz, IMG_3367)

 

Die Speerspitze zeigt eine raffinierte Befestigungsnische, welche durch den Nagel veranschaulicht ist. Der Speerschaft konnte so raffiniert befestigt werden.

 

Bild 19  V302 (Speerspitze-Feinsandstein, IMG_3370)

 

Auch dieser leichte Speerspitze zeigt eine Mulde zur Befestigung der Speerschaftes.

 

Bild 20    V303 (Speerspitze-Gift, IMG_3364)

 

Bild 21    V302 (Giftpfeil.JPG, IMG_V303)

Die in den beiden vorstehenden Bildern dargestellte mit Gift beträufelte Speerspitze beweist ein besonderes Raffinement bei der Jagd. Damit das  angeschossenen Wild schneller verendete und er das wertvolle Jagdgut und Jagdgerät nicht verlor, wandte der steinzeitliche Jäger schon die Methode an, die Speerspitze mit Gift zu versehen. Siehe hierzu eine ausführliche Beschreibung in V303.HTM.

Alle Speerspitzen dürften für die Jagd auf größere am Boden lebende Wildtiere konzipiert sein und zeigen eine sehr archaische Typisierung.

These:   

Tauchen an einem Fundort Jagdgeräte mit raffinierter Fertigung  und Beigaben  sowie  bemalte Faustkeile auf, die Jagdszenen darstellen, so beweist dies authentisch, dass sich an diesem Fundort der Mensch als homo captans aufgehalten hat.

1.3  HOMO PISCANS

Auch das Fischen war Teil der idiopoetischen Ökonomie des Steinzeitmenschen. Die noch unverschmutzten Gewässer hielten sicherlich  ein reichliches Angebot an Fischen bereit. Deshalb bezogen die prähistorischen Menschen Lagerplätze, welche in der Nähe von Flüssen lagen. Dies trifft jedenfalls für die drei vom Verfasser beschriebenen Fundplätze in Viersen, Wegberg und Niederkrüchten zu.

Der Autor hat zu dem Bereich Fischfang drei Funde vorzuweisen. Es handelt sich nach seiner Meinung um Fischstecherköpfe.

 

 

Bild 22     W401 (Fischstecherkopf, IMG_3708)

Das Bild zeigt einen gut in der Hand liegenden Feuersteingriff – mit optimaler Mulde für den Daumen -, in den an der Unterseite ein Loch mit dem Durchmesser 6 mm (dieser Durchmesser findet sich auch bei allen Bohrlöchern am Fundort Viersen) gebohrt ist. Der Autor hat einen Schaft mit Doppelspitze in den Stein eingesetzt, um die mögliche Ausstattung und Verwendung zu erläutern.

 

Bild 23    V401 (Fischstecher_Griff.JPG, IMG_V401)

Dieser Fischstecherkopf  vom Fundort Viersen hat ebenfalls unten eine  Bohrung mit dem Durchmesser von 6 mm, welcher durch die auch in den Stein W401 passende Schraube belegt ist. Dies könnte ein Indiz für Arbeitsteilung unter den Clans sein. Möglicherweise hat die Gruppe aus Wegberg die Bohrspezialisten aus Viersen für diesen Zweck in Anspruch genommen.

 

Bild 24    V402 (Tri_Facies,IMG_3356)

Auch dieser Fischstecherkopf aus dem Fundort Viersen hat unten die Bohrung mit 6 mm Durchmesser. Der Stein wurde Tri-Facies genannt, weil er Werke der bildenden Kunst (Affe, Bär, Nager)  in Form von drei Kleinskulpturen enthält. Auf diesen Aspekt des Steins wird im Kapitel HOMO PINGENS  noch näher eingegangen.

These: 

Tauchen an einem Fundort Geräte auf, die für den Fischfang geeignet sind und als Siegel der Authentizität zusätzlich Werke der bildenden Kunst in Form von Kleinskulpturen  enthalten, so beweist dies, dass sich an diesem Fundort der Mensch als homo piscans aufgehalten hat.

 

 

 

 

1.4   HOMO COMEDENS

 

 

 

Zu einem Grundbedürfnis des Menschen gehört das Essen. Durch Jagen, Fischen und Sammeln beschafft er sich in der Altsteinzeit seine Nahrungsmittel.  Die Reste dieser Nahrungsmittel selbst findet man außer in Höhlen nur selten. Erhalten geblieben sind jedoch die Werkzeuge aus Stein, mit denen er die Nahrung für die Mahlzeiten weiterbearbeitete und schließlich zu sich nahm.

 

Bild 26    V604 (Stampfer_gegriffen, IMG_V604)

 

Bei ihren Streifzügen zwischen Maas- und Rhein fanden die Steinzeitmenschen vielleicht auch Früchte von wilden Gräsern und von Bäumen. Diese konnten  dann mit einem solchen Stampfer verkleinert und zu Mehl verarbeitet werden. Vermengt mit einer geeigneten Flüssigkeit wäre das Backen von Brotfladen vorstellbar.

 

 

Bild 27   V604 (Stampfer, IMG_3311)

 

 

In den Stampfer ist das Profil eines Bisons eingearbeitet, was beweist, dass er vom Menschen bearbeitet wurde.

Bild 28   V601 (Teigrolle, IMG_3323)

 

Dieser Stein ist so gerundet, dass er zum Ausrollen von Teig verwendbar war. Er enthält auf der Unterseite eine Kleinskulptur, welche einen Menschen darstellt, der sich einem Tier zuwendet.

Bild 29   V606 (Hackmesser, IMG_V606)

 

Das Hackmesser könnte zum Zerteilen von Tieren verwendet worden sein.

 

Bild 30   V606 (Hackmesser-Kröte,IMG_3314)

 

Aus der Perspektive dieses Fotos ist der Stein die Kleinskulptur einer Kröte. Sowohl dieser Stein als auch die Teichrolle erhalten durch die Verbindung mit einem Werk der bildenden Kunst eine besondere Bekräftigung dafür, dass Sie in Menschhand gewesen sind.

 

Bild 31    V504 (Kratzer,IMG_3340)

 

Der hier dargestellte Kratzer ist ein reines Werkzeug ohne Skulptur. Er konnte für das Abkratzen von Fleischresten von Wild und Fisch verwendet werden.

 

Bild 32   W604 (Feuerschaden,IMG_3707)

 

Ohne Feuer konnte die Nahrung nicht gegart werden. Der hier dargestellte Stein konnte von seinem Winkelzuschnitt her zur Mondbeobachtung verwendet werden. Er muss dann aber in eine Feuerstelle geraten sein und trägt Craquelierung .

 

Bild 33   V503 (Besteckkopf,IMG_3148)

Durch Einsetzen eines Stöckchens in das Loch auf der Unterseite, das natürlichen Ursprungs ist und nicht den sonst am Wohnplatz üblichen Durchmesser 6 mm hat, konnte nun schließlich die Nahrung aufgenommen werden.

Bild 34   V503 (Besteckkopf-Löwe-Mensch,IMG_3329)

Im übrigen enthält der Stein eine dramatische Kleinskulptur, in welcher ein Raubtier einen Menschen verschlingt. Im Raubtiermaul steckt der Menschenmund.

 

Bild 35   V507 (Besteckkopf-Mensch,IMG_3345)

 

 

Bild 36   V507 (Besteckkopf,IMG_3346)

 

In diesem Besteckkopf aus Feuerstein, der ein Menschengesicht darstellt, ist mit 6 mm Durchmesser ein Loch in den Mund gebohrt, worin das Besteck eingesetzt werden konnte.

 

These:  

Gibt es  an einem Fundort Geräte, die für die Zubereitung und Aufnahme von Nahrung geeignet sind und zum Teil sogar als Siegel der Authentizität zusätzlich Werke der bildenden Kunst in Form von Kleinskulpturen  enthalten, so beweist dies, dass an diesem Fundort der Mensch als homo comedens  gelebt hat.

 

 

1.5   HOMO FABRICANS

 

Der prähistorische Mensch war darauf angewiesen, sich handwerklich zu betätigen. Er brauchte Geräte, welche ihn in die Lage versetzen, seinen Bedarf an Nahrung, Kleidung, Unterkunft und auch Schmuck durch eigene Produktion zu befriedigen. Dies ist aber nicht nur eine pure Notwendigkeit, sondern den homo faber erfasst bei seinem Tun auch die Freude am Erfolg und die Lust, Altes zu perfektionieren und Neues auszuprobieren.

 

Hierzu stellt der Autor zwei Beispiele aus seiner Fundsammlung vor. Dies sind ein Hammerkopf, der Erstlingsfund des Verfassers, und ein Feinsandsteingeröll mit Bohrversuchen.

 

Bild 37   V501 (Hammerkopf, IMG V501)

Die Finne und die Bahn  sind zwar ziemlich roh aber doch deutlich ausgearbeitet. Die Löcher  sind so gebohrt, dass eine eingefügte Astgabel zusätzlich zu der Spannung, welche sie von Natur aus besitzt, durch den Winkel der Bohrlöcher zueinander noch besser einzuklemmen ist. Eine eingesetzte Astgabel sitzt dadurch fest in ihrer Halterung.

Der homo practicans hat das Quarzitstück funktionsfähig gemacht, ohne die Oberflächen besonders zu glätten. Ihm kam es scheinbar zunächst auf die Stabilität der Befestigung eines Stiels und die Hauptanwendungsmöglichkeiten eines Hammers dieser Art - Schlagen und Spalten - an.

 

Ein Paradebeispiel für die Probierlust des homo faber  ist das  Geröllstück aus quarzitischem Feinsandstein des Fundes V902.

Bild 38   V902 (Bohrproben, IMG_2655)

An dem Geröll sind etliche Bohrversuche erkennbar. Das Felsgeröll ist eben und damit leicht zu fixieren. Es hat eine Dicke (13mm), welche ein Durchbohren (mittlere Bohrtiefe der anderen Funde = 14,6 mm) grundsätzlich möglich machen konnte. An einer Stelle ist eine Durchbohrung von der Ober- und Unterseite – je mit relativ schiefer Bohrachse startend – gelungen. Der Durchmesser beträgt wie bei allen anderen Bohrungen vom Fundplatz 6 mm. Die Bohrung unten rechts gehört zur gelungenen Durchbohrung.

Durch seinen Experimentiercharakter gibt das Probegeröll detaillierte Aufschlüsse über den Stand der Bohrtechnik – die wissenschaftliche Datierung ist noch offen – des experimentierenden homo faber in der noch zu bestimmenden Periode  der Steinzeit, in der  er tätig war.

Bild 39   V902 (Bohrproben, IMG_2654)

Hier ist oben links eine Stelle der Körnung zu sehen, welche wie eine Meißelung aussieht. Die Meißelung hört dort auf, wo der Experimentator auf einen Gesteinseinschluss traf, welcher ein Weiterarbeiten aussichtslos erscheinen ließ. Dies gilt auch für die Versuche 1 und 2 von links gesehen im vorherigen Bild. Die Bohrung unten in der Mitte gehört zur gelungenen Durchbohrung.

Bild 40   V902 (Bohrproben, IMG_2543)

Durch den eingeführten Nagel ist die vollständige Durchbohrung nachgewiesen. Obwohl die Bohrungen von der Ober- und Unterseite her keineswegs senkrecht aufeinander stehen, ist dies trotzdem ein großer Schritt für den prähistorischen Handwerker. So standen ihm die unzähligen Verwendungsmöglichkeiten – bis hin zur Schmuckherstellung - offen, welche sich durch ein Loch in einem harten Material ergeben.

 

These:  

Liest man an  einem Fundort Steine auf, welche Zeugnisse der handwerklichen Fähigkeiten und Experimentierlust des Menschen sind, so beweist dies die frühere Anwesenheit des Menschen in seiner Eigenschaft als homo fabricans  an diesem Ort.

 

1.6   HOMO OBSERVANS

 

Der prähistorische Mensch war darauf angewiesen, die zuverlässig Jahr für Jahr ihre Bahn ziehenden Gestirne zu beobachten. Dies stellte ein elementares Bedürfnis dar. Er benötigte nicht nur den geschätzten Stand der Jahres- und Tageszeiten, sondern eine durch Hilfsmittel präzisierte Angabe  über ihren Stand im Jahres- und Tagesverlauf. Die Jahreszeiten steuerten und begrenzten  seine Tätigkeiten als Jäger, Fischer, Sammler und Handwerker. Brauchte er für seine Steinwerkzeuge neues Material oder Ocker für seine Kosmetik, so war er zu tagelangen Märschen zu den Lagerstätten dieser Bodenschätze gezwungen. Einen solchen Marsch bei nahendem Winter zu beginnen, machte wenig Sinn.

Wollte er ein Treffen innerhalb eines Tagesverlaufs arrangieren, so brauchte er einen herausragenden topografischen Treffpunkt wie eine Mündung eines Bachlaufs, eine markante Lichtung oder einen besonderen Baum. Ohne die Vereinbarung einer Tageszeit hätte er dadurch Zeit vergeudet, dass Gruppen sich zu früh oder zu spät am vereinbarten  Treffpunkt eingefunden hätten.

 

Der Autor kann von den drei Fundorten mit Stand 31.05.2005 insgesamt  50 Funde nachweisen, welche dem Zweck der Observation der Gestirne gedient haben. Im Einzelnen handelt es sich um 29 Funde zur Sonnen- und 12 zur Mondbeobachtung, sowie 9 zu einer Mischbeobachtung von Sonne und Mond. Die Steine wurden sowohl ambulant als auch stationär am Wohnplatz genutzt. Dies ergibt sich aus deren Größe und Gewicht, welche in den Einzelbeschreibungen nachgewiesen sind.

In der Datei Lage.HTM  wird die Lage der Fundorte dargestellt. In der Datei Lage_Mettmann.HTM werden beispielhaft die Berechnungen für die lokal maßgeblichen Winkel der Winter- und Sommersonnenwende, der Äquinoktien, der maximalen Abend- und Morgenweiten sowie  die Mondextreme nachgewiesen, welche die Steine, die zur Observation der Gestirne verwendet wurden, darstellen und durch ihre Form abbilden.

 

Bild 41   V201(Sonnenuhr, IMG_2447)

Der hier dargestellte Stein ist eine Äquatorialsonnenuhr. Der Sonnenschatten streicht parallel über sie dahin. In der zughörigen Worddatei ist V201 die Nutzung im Detail beschrieben.

 

Bild 42   W203S(Waage, IMG_2617)

Dieses Bild zeigt eine Sonnenschattenuhr, an der mit Hilfe des durch einen Gegenstand oder einen Finger erzeugten Schattens der Sonnenverlauf vom Aufgang  über den Höchststand am Mittag und bis zum Untergang festgemacht und als Zeitmaß verwendet werden konnte. Das Prinzip einer Sonnenschattenuhr ist in der Datei V299 im Detail erläutert.

 

Bild 43    V253(Nectarius, IMG_3168)

Beim Mond gibt es einen kleinsten Winkel der Morgen- und Abendweite zwischen der Ost-Westrichtung und dem Vollmondauf – und untergangspunkt beim minimalen Mondextrem  von 31 Grad und einen größten Winkel der Morgen- und Abendweite zwischen der Ost-Westrichtung  und dem Vollmondauf – und untergangspunkt beim maximalen Mondextrem von 50 Grad. Beide Winkel sind in dem oben abgebildeten Stein integriert und bequem einstellbar.

 

Bild 44    W275S(Sonne-Mond-Zeiger, IMG_3706)

Der Stein besticht durch seine Schlichtheit. Er enthält sowohl den Winkel der maximalen Morgen- und Abendweite der Sonne als auch das Mondextrem 50 Grad. An der Spitze dieses pfeilartigen Steins liegt ein rechter Winkel, der u.a. zur Herleitung von weiteren Himmelsrichtungen aus einer bekannten Himmelsorientierung verwendet werden konnte.

These: 

Findet man an  steinzeitlichen Lagerplätzen Steine zur Beobachtung der Gestirne, welche der Bestimmung der Jahres- und Tageszeit dienen, so beweist dies die  Anwesenheit des Menschen an diesen Orten, der seine Intelligenz einsetzen musste, um  als homo observans den unbeirrbaren und konstanten Lauf der Gestirne zu seiner Orientierung zu nutzen.

 

 

1.7    HOMO EDUCANS

Die Steinzeitmenschen hatten auch Erziehungsaufgaben zu erfüllen. Eine dieser Aufgaben bestand in der sexuellen Aufklärung ihres geschlechtsreif werdenden Nachwuchses. Dazu hat der Autor einen Stein vorzuweisen, welcher wahrscheinlich diesem Zweck gedient hat.

In der Datei V906.HTM wird dargelegt, wie die Erzieher damals einen bearbeiteten Quarzitstein für die sexuelle Aufklärung verwendeten.

These: 

Findet man an  einem steinzeitlichen Lagerplatz einen  Stein zur sexuellen Aufklärung Heranwachsender, so ist dies ein Beweis dafür, dass sich dort Menschen im Familienverbund aufgehalten und mit Hilfe eines einfachen  Hilfsmittels  die Sexualerziehung ihres geschlechtsreif werden Nachwuchses durchgeführt haben.

 

1.8   Homo pingens

Vorweg möchte der Autor hier zwei weltberühmte deutsche Philosophen zitieren.

Hans Jonas (3), der jüdisch-deutsche aus Mönchengladbach gebürtige  Philosoph, der vor ein paar Jahren hochbetagt in New York verstarb, schreibt in seiner Abhandlung „Zwischen Nichts und Ewigkeit :

 

Unsere Forscher betreten eine Höhle und bemerken an ihren Wänden Linien oder sonstige Konfigurationen, die künstlichen Ursprungs sein müssen, keiner strukturellen Funktion dienen und eine optische Ähnlichkeit mit der einen oder anderen draußen anzutreffenden Lebensformen  aufweisen. Von ihren Lippen bricht der Ausruf: Dies haben „Menschen“ gemacht! Warum? Die Evidenz bedarf für ihre Gültigkeit nicht der Vollkommenheit der Altamira-Fresken. Die roheste, kindischste Zeichnung wäre so beweiskräftig wie die Kunst des Michelangelo. Beweisend für was ? Für die mehr-als-tierische Natur ihres Erzeugers; und dafür, dass er ein potentiell sprechendes, denkendes, erfindendes, kurz ein „symbolisches“ Wesen ist (3).

 

Martin Heidegger (9) führt in seinem Vortrag vom 13. November 1935 in seiner altertümlich klingenden, aber den Worten auf den Grund gehenden und  tiefsinnigen Sprache aus:

 

Nicht das N.N. fecit soll [Ergänzung des Autors: an einem Kunstwerk] bekannt gegeben, sondern das einfache „factum est“ soll im Werk ins Offene gehalten werden: dieses, dass Unverborgenheit [Ergänzung des Autors: von gr. αλήθεια  = Wahrheit] des Seienden hier geschehen ist ….

Dort, wo der Künstler und der Vorgang der Entstehung des Werkes unbekannt bleiben, tritt dieser Stoß, dieses „Daß“ des Geschaffenseins am reinsten aus dem Werk hervor.

Zwar gehört auch zu jedem verfügbaren und im Gebrauch befindlichen Zeug, „daß“ es angefertigt ist. Aber dieses „Daß“ tritt am Zeug nicht heraus, es verschwindet in der Dienlichkeit…..Im Werk dagegen ist dieses, daß es als solches ist, das Ungewöhnliche ..

Je wesentlicher das Werk sich öffnet, um so leuchtender wird die Einzigkeit dessen, daß es ist ..(9).

 

Heidegger erläutert hier den Unterschied  zwischen einem normalen Gerät z.B. einem zum Faustkeil behauenen Quarzit des Moustérien, das er Zeug nennt und seine einzige Bestimmung darin hat,  zu dienen - eben seine Dienlichkeit, und einem Kunstwerk.  Das (Kunst)werk stellt er als ins Werk gesetzte Wahrheit dar. Dies ist im übrigen Text des zitierten Vortrages von Heidegger (9) eingehend dargelegt. Es hat nicht den Zweck, als Zeug zu dienen, obwohl es manchmal auch als solches verwendet werden kann, sondern es hat die Bestimmung, Wahrheit (z.B. das Wesen eines Bären, eines Nagetiers, eines Affen wie in V402 Fischstecherkopf-Tri-Facies, Bilder 49 und 50) darzustellen.

Der Künstler und der Ursprung der Entstehung sind bei der Steinzeitkunst unbekannt und berühren uns deshalb unmittelbar und ungetrübt durch Kunsthistoriker und den Kunstbetrieb.

 

Im Besitz des Autors befinden sich  zahlreiche weitere Stücke  aus den drei Fundorten, welche als Faustkeil, Haustein, Amboss, Besteck, Kompass oder sonstiger Gebrauchsgegenstand dienen und zusätzlich Objekt der bildenden Kunst sind. Hierzu stellt der Verfasser an dieser Stelle als herausragende Beispiele 2 Objekte aus den Bereichen ‚Malerei’ und ‚Bildhauerei’ der bildenden Kunst vor. Dies sind ein bemalter Faustkeil und ein Stein mit drei Kleinskulpturen von dem Fundort Viersen-Helenabrunn.

 

1.8.1  Bildende Kunst

 

1.8.1.1 Malerei

 

 

Bild 45   V903(Vogeljagd, IMG_2534)

 

Dieser Quarzitstein ist ein Faustkeil, auf den – die Seiten des Quaders als Bildflächen nutzend und natürliche Gesteinsmaserung  künstlerisch einbeziehend – von dem prähistorischen Künstler eine Geschichte erzählt wird.

Der Stein  ist in rotbrauner Farbe bemalt. Die einzelnen Bilder beschreiben eine Vogeljagd mit Pfeil und Bogen. Zunächst wird auf einer Seite der Pfeil im Bogen beim Abschuss gezeigt. Die Sehne ist eine natürliche Gesteinsader, der Bogen ist gemalt und am Auflagepunkt des Bogens noch zusätzlich nachgehämmert. Neben dem künstlerischen Aspekt sind die Darstellungen auch kulturhistorisch interessant, könnten doch aus ihnen Rückschlüsse  für die Verstärkung eines Bogens und die Konstruktion seiner Leitflossen und anderes mehr, was zum Zeitpunkt seiner malerischen Fixierung gebräuchlich war, gezogen werden.

 

Bild 46    V903(Vogeljagd, IMG_2535)

In Flugrichtung des Pfeils ist auf der gegenüberliegenden Seite der Pfeil mit seinen zwei Leitteilen, die aerodynamisch richtig nach unten hängen, im Fluge dargestellt. Die Maße und Konturen sind mit denen auf dem ersten Bild identisch.

 

Bild 47   V903(Vogeljagd, IMG_2536)

Verfolgt man die Flugrichtung des Pfeils weiter, so trifft man auf einen Vogel, der – leider inzwischen nicht mehr ganz erhalten - halb auf der Unterseite und halb auf der Gegenseite von der Pfeil- und Bogen-Darstellung aufgemalt ist. Hierzu sind in der ausführlichen Darstellung zu Fund V903 Bilder und weitere detaillierte textliche Erläuterungen zu finden. In der weiteren Flugrichtung ist ein unversehrter Vogel aufgemalt. Durch einen Pfeil hat der Autor  eine Bemalung angedeutet, die auf den Vogel zuführt. Es ist der Pfeil mit den nach unten hängenden Leitteilen, die aber in künstlerischer Freiheit / Notwendigkeit nach vorne gebeugt sind, was aerodynamisch nicht richtig ist, um die Sehne nicht anzuschneiden, was das Bild des Bogens auf der gleichen Seite zerstört hätte. Auf der Seite, wo der Pfeil alleine im Flug dargestellt ist und nichts hindert, stellt der steinzeitliche Maler ihn aerodynamisch richtig dar.

Die Archäologie vertritt die Ansicht, dass durch die Kontakte eines Pfluges mit einem Stein, die dabei übertragenen Eisenreste und deren Oxydation zu rötlichen Rostspuren führen. Diese beruhen naturgemäß auf Zufällen. Dabei können sich ohne Zweifel zufällig auch Rostformen bilden, in denen man eine Ähnlichkeit mit realen Gegenständen erkennt.

 

Für  durch Naturspiele entstehenden Konstellationen scheint dem Autor jedoch folgendes ausgeschlossen:

 

a.)   Es entstehen nicht zwei identische komplexe Figuren an einem Stein.

b.)   Es gibt keine Struktur, die eine natürliche Ader zum Zwecke eines
  ästhetisch schönen Bildes einbezieht.

c.)   Die Strukturen sind  nicht so angeordnet, dass sie in logischer Reihenfolge
 eine
Geschichte über eine  zur Zeit der Entstehung des Bildes
 anzutreffende Lebensform
erzählen.

         

Bei dem Fund aus Viersen-Helenabrunn  trifft das jeweilige Gegenteil  von a.) bis c.) zu.

 

zu a) Sowohl der Vogel als auch der Pfeil treten an dem Fund zweimal in identischer Form auf.

 

zu b) Die Sehne des Bogens ist eine natürliche Gesteinsader, die – mit einer Lupe betrachtet sieht man das – nachziseliert ist. Wäre sie als gemalter Strich so breit wie der Bogen, wäre die Ästhetik verdorben.

 

zu c) Pfeil und Bogen, Pfeil, Vogel 1  und Vogel 2 liegen, obwohl auf verschiedenen Steinseiten dargestellt, in einer Linie.

 

Der Pfeil steht nicht etwa jetzt mit der Spitze zum Bogen hin oder senkrecht zur Flugbahn, sondern fliegt genau mit der Spitze nach vorn in die im Sinne der Geschichte  logische Richtung.

Es handelt sich also nicht um ein Naturspiel und willkürliche Rostspuren eines Pfluges, sondern um vom Menschen während seines künstlerischen Tuns gezielt erzeugte Darstellungen.

 

Man könnte dies ars facta auf einem Medium bezeichnen, das selbst kein artefactum ist. Dies ist aber genau so ein Beweis für die Behandlung durch den Menschen wie ein Stein, dem man die Bearbeitung durch den Menschen als Artefakt adhoc ansieht.

 

Erste Modellversuche mit dem Nachbau des Pfeils haben die sinnvolle und elegante Konstruktion des Pfeils belegt. Auch seine grundsätzliche Flugtauglichkeit wurde erfolgreich getestet. Im Dokument V903 sind die Versuche beschrieben.

 

1.8.1.2 Bildhauerei

 

Bild 48    V402(Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3358

Hier ist die Kleinskulptur ‘Nagetier’ im Vordergrund.

 

 

Der Stein konnte  als Fischstecherkopf dienen und  stellt gleichzeitig eine polymorphe Kleinskulptur mit drei Tierfiguren (Nager – Affe – Bär) dar.

Der prähistorische Künstler hat bei seinen Gravuren und Meißelarbeiten geschickt den Umstand genutzt, dass sich unter einer teilweise dünnen Quarzschicht bei diesem Stein eine dunkle Gesteinsschicht anschließt. Durch Freigravieren der dunklen Schicht hat er so z.B. die Augen des Nagers und das zottelige Bärenfell sowie das Gebiss des Affen dauerhaft darstellen können; denn sowohl die helle als auch die dunkle Farbgebung basiert auf dauerhaften Gesteinselementen.

 

Der Stein kann bei den drei  Kleinskulpturseitenansichten, die aus Halbreliefs bestehen, fest auf einer ebenen Grundfläche aufgestellt werden. Von den beiden anderen Darstellungen ist in der jeweiligen Position der Einzelskulptur dann nichts mehr im Sichtfeld.

 

 

 

 

Bild 49  V402(Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3357

Hier ist die Kleinskulptur ‘Affe’ dem Fotografen und dem Betrachter zugewandt.

 

Bild 50  V402(Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3360

 

Hier sieht man die Skulptur des Bären mit dem zotteligen Nackenfell.

 

Diese künstlerischen Darstellungen sind Realität. Wie der Autor festgestellt hat, werden sie bisher von der wissenschaftlichen Archäologie nicht als Indiz für die Bearbeitung durch den Menschen angesehen. Der Verfasser ist jedoch der Auffassung, dass dies aus einer unvollständigen Sicht beruht und die Archäologie ihre diesbezügliche Auffassung  revidieren sollte.

 

Karl Jaspers legt dar, dass der Mensch gar nicht anders kann, als sich durch Kunst zu definieren.

Er führt in  (10) aus:

 

Die Natur des Menschen ist es, nicht nur Natur zu sein, sondern durch Kunst sich hervorzubringen. Die Natur des Menschen ist seine Künstlichkeit (Anm. 3).

 

Der Verfasser hält das Siegel eines Werkzeuges durch die Bearbeitung des homo pingens für ein unmittelbar evidentes Indiz dafür, dass jeder ein Kunstwerk tragende Stein  mit  Gewissheit  von der Hand eines Menschen bearbeitet ist.

 

Zur Sicht der Dinge generell führt Christian Schütz OSB in (4) aus:

 

Unsere Augen lernen auf ihre Umwelt zu reagieren, sie wählen aus, erschließen eine Welt und bauen sie auf. Das Sehen ist also alles andere als ein mechanischer oder automatischer Vorgang ……Zum Sehen gehört das Sehen-Wollen ……

Fragt man nach dem, was beim Sehen eigentlich geschieht, dann ist es nicht einfach zu sagen, ob wir uns dabei auf die Dinge zubewegen oder ob die Dinge zu uns kommen. Im Kern beinhaltet das Sehen wohl beide Richtungen. (4)

 

These:

 Findet man an  prähistorischen Lagerplätzen Artefakte, welche  bemalt sind oder in die eine oder mehrere Skulpturen eingearbeitet sind, erhalten sie durch diese Erscheinungsformen der bildenden Kunst ein Authentizitätssiegel ersten Ranges. Sie sind nicht nur arte facta : kunstfertig verfertigte (Gegenstände),  (facta = lat. Pl. neutr. vom PPP von facere = (ver)fertigen, bilden), sondern sie sind Gegenstand von  ars facta :  ausgeübte bildende Kunst  (facta =  lat. Sg. fem. vom PPP von facere). Orte mit diesen Funden belegen, dass der Mensch als homo pingens sich dort aufgehalten hat, weil er  sich hier gemäß seiner dem Menschsein von Anfang an mitgegebenen Eigenschaft als symbolisches Wesen geäußert hat.

 

1.9  Homo VOVENS

Zum Wesen der Mensch gehört ein Gespür und eine Hinwendung zu einer Gottheit. Um diese günstig zu stimmen, hat er ihr als homo vovens (von lat. vovere = weihen, geloben) Weihegeschenke gemacht. Hierzu kann der Autor einen Fund aus Niederkrüchten-Hillenkamp als Beleg anführen.

 

 

Bild 51    N903 (Fuß), IMG_3665

Fuß in seitlicher Lage, rechte Außenseite oben.

 

 

Bild 52    N903(Fuß), IMG_3666

Fußsohle mit Verse nach oben gerichtet. Diese hat eine Längs- und Querwölbung.

 

Es handelt sich um die Plastik eines rechten Fußes. Der Fuß ist fest auf eine Ebene aufzusetzen.

Bedenkt man, dass in der Steinzeit die Füße das einzige Fortbewegungsmittel waren, so wird einem bewusst, wie wichtig gesunde Füße für die damaligen Menschen waren. Man kann dann verstehen, dass sie sich an die Gottheit wandten und sie mit einem Weihegeschenk günstig stimmen wollten, ihnen immer gesunde Füße zu erhalten, weil sie so essentiell wichtig waren. Ein Mensch, welcher der Horde nicht mehr folgen konnte, musste wohl seinem Schicksal überlassen werden.

Nach Auffassung des Autors handelt es sich bei dem Fuß um eine steinzeitliche  Votivgabe.

Votivgaben sind gemäß moderner Lexika Weihegeschenke, die der Gottheit infolge eines Gelübdes geweiht werden. Zur Erinnerung an mit Erfolg erflehte Heilungen wurden auch noch in jüngerer Vergangenheit  Nachbildungen von Körperteilen in katholischen  Wallfahrtskirchen als Weihegeschenke dargebracht.

 

These:

Findet man an  prähistorischen Lagerplätzen Steine, die eine Votivgabe darstellen, so zeugt das von der früheren Anwesenheit eines Menschen; denn zu dessen Natur  gehören ein Gespür für ein höheres Wesen und der Wunsch, dieses ihm günstig zu stimmen.


 

2  Schlussfolgerungen 

 

Der Übersicht halber sind hier noch einmal die Thesen vom Ende eines jeden Kapitels aufgelistet. Sie sind ergänzt durch eine Aussage, an welchen Rast/Wohnplätzen Belegfunde für die jeweilige These nachgewiesen werden.

 

These zu Kapitel 1.0  HOMO AGENS:  

Sind an einem Steinfund  aus einem Fundort mit hoher Funddichte  eindeutige Spuren von Epaphie vorhanden,  so geht die dem Steinfund   durch Idiopoesie und sein Auffinden  im Konnex von spezifischeren, leicht oder intensiv bearbeiteten  Funden eines Fundplatzes bereits anhaftende  potentielle Authentizität in eine  vollwertige  Authentizität über.

Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.

 

Thesen zu Kapitel 1.1  HOMO EXPLORANS: 

Zu 1.1.1 Erkundung und Kartierung eines Lebensraumes

Findet sich an einem steinzeitlichen Wohnplatz in Europa eine Relief-Karte von Europa mit gleichzeitiger Kompasssfunktion, so beweist dies authentisch, dass hier der intelligente homo explorans großräumig seinen Lebensbereich erkundet, manifestiert und für eine eventuelle Rückorientierung vorgesorgt hat.

Zu 1.1.2 Wahl eines Wohnplatzes

Liegen benachbarte steinzeitliche Fundplätze  so, dass sie nach  Klima-, Wohn- sowie Ernährungs- und Sozial-Kriterien eine optimale Lage aufweisen, so beweist  dies, dass  der Mensch sie in seiner Eigenschaft als homo explorans als dauerhafte Aufenthaltsorte selektiert hat  und die Fundorte somit authentisch sind.

Zu 1.1.3 Orientierung durch Richtungsgeber

Findet man an steinzeitlichen Wohnplätzen  technisch elegante Hilfsmittel zum Auskundschaften ihrer Umgebung, so sind die Funde ein Beweis dafür, dass der homo explorans - seine nur ihm eigene Fähigkeit  und Intelligenz nutzend - hier wirklich  gelebt hat.

Diese Thesen sind belegt durch Funde oder Geländeprofile aus den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.

 

These zu Kapitel 1.2  HOMO CAPTANS :  

Tauchen an einem Fundort  Jagdgeräte mit raffinierter Fertigung  und Beigaben  sowie  bemalte Faustkeile auf, die Jagdszenen darstellen, so beweist dies authentisch, dass sich an diesem Fundort der Mensch als homo captans aufgehalten hat.

Diese These ist belegt durch Funde aus dem Rast/Wohnplätzen Viersen-Helenabrunn.

 

These zu Kapitel 1.3  HOMO PISCANS:  

Tauchen an einem Fundort Geräte auf, die für den Fischfang geeignet sind und als Siegel der Authentizität teilweise zusätzlich Werke der bildenden Kunst in Form von Kleinskulpturen  enthalten, so beweist dies, dass sich an diesem Fundort der Mensch als homo piscens aufgehalten hat.

Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.

 

These zu Kapitel 1.4 HOMO COMEDENS: 

 Gibt es  an einem Fundort Geräte, die für die Zubereitung und Aufnahme von Nahrung geeignet sind und zum Teil sogar als Siegel der Authentizität zusätzlich Werke der bildenden Kunst in Form von Kleinskulpturen  enthalten, so beweist dies, dass an diesem Fundort der Mensch als homo comedens  gelebt hat.

Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.

 

These zu Kapitel 1.5  HOMO FABRICANS:  

Liest man an  einem Fundort  Steine auf, welche Zeugnisse der handwerklichen Fähigkeiten und Experimentierlust des Menschen sind, so beweist dies die frühere Anwesenheit des Menschen in seiner Eigenschaft als homo fabricans  an diesem Ort.

Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.

 

These zu Kapitel 1.6  HOMO OBSERVANS:  

Findet man an  steinzeitlichen Lagerplätzen Steine zur Beobachtung der Gestirne, welche der Bestimmung der Jahres- und Tageszeit dienen, so beweist dies die  Anwesenheit des Menschen an diesen Orten, der seine Intelligenz einsetzen musste, um  als homo observans den unbeirrbaren und konstanten Lauf der Gestirne zu seiner Orientierung zu nutzen.

Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.

 

These zu Kapitel 1.7  HOMO EDUCANS:  

Findet man an  einem steinzeitlichen Lagerplatz einen  Stein zur sexuellen Aufklärung Heranwachsender, so ist dies ein Beweis dafür, dass sich dort Menschen im Familienverbund aufgehalten und mit Hilfe eines einfachen  Hilfsmittels  die Sexualerziehung ihres geschlechtsreif werden Nachwuchses durchgeführt haben.

Diese These ist belegt durch einen Fund aus dem Rast/Wohnplatz Viersen-Helenabrunn.

 

 

Thesen zu Kapitel 1.8 HOMO PINGENS:

 Findet man an  steinzeitlichen Lagerplätzen Artefakte, welche  bemalt sind oder in die eine oder mehrere Skulpturen eingearbeitet sind, erhalten sie durch diese Erscheinungsformen der bildenden Kunst ein Authentizitätssiegel ersten Ranges. Sie sind nicht nur arte facta: kunstfertig verfertigte (Gegenstände),  (facta = lat. Pl. neutr. vom PPP von facere = (ver)fertigen, bilden), sondern sie sind Gegenstand von  ars facta:  ausgeübte bildende Kunst  (facta =  lat. Sg. fem. vom PPP von facere). Orte mit diesen Funden belegen, dass der Mensch als homo pingens sich dort aufgehalten hat, weil er  sich hier gemäß seiner dem Menschsein von Anfang an mitgegebenen Eigenschaft als symbolisches Wesen geäußert hat.

 

 

Diese These ist belegt durch Funde aus den Rast/Wohnplätzen Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn.

 

These zu Kapitel 1.9  HOMO VOVENS:  

Findet man an  prähistorischen Lagerplätzen Steine, die eine Votivgabe darstellen, so zeugt das von der früheren Anwesenheit eines Menschen; denn zu dessen Natur  gehören ein Gespür für ein höheres Wesen und der Wunsch, dieses ihm günstig zu stimmen.

Diese These ist belegt durch einen Fund aus dem Rast/Wohnplatz Niederkrüchten-Hillenkamp.

 

 

 

Die Grundbedürfnisse der Menschen ergeben sich aus seiner Natur, haben kumulativen Charakter und müssen deshalb alle an einem Wohnplatz befriedigt werden.

Die obige Auflistung der Thesen und der Belegorte zeigt, dass bis auf die Bedürfnisse Jagd (homo captans), Erziehung (homo educans) und  Verehrung einer Gottheit (homo vovens) alle behandelten Grundbedürfnisse des Menschen sich  als homo-gene, vom Menschen stammenden Spuren in Funden von allen Rast/Wohnplätzen niederschlagen.

Hätte sich nur verstreut je ein Fund ergeben, hätte man nicht von einem Wohnplatz reden können.

 

Die Zugehörigkeit der Funde zur Steinzeit ist auch dem Laien, der ja schon oft als Finder bedeutender frühgeschichtlicher Funde in Erscheinung getreten ist,   unmittelbar aus dem archaischen, groben und ungeschlachten Äußeren, Abarbeitung an Funktionspunkten, Windschliff und Patinierung derselben erkennbar.

 

Der Verfasser zieht aus seinen Thesen und der evidenten Zugehörigkeit der Funde zur Steinzeit folgenden Schluss:

 

Die Fundorte Niederkrüchten-Hillenkamp, Wegberg-Klinkum und Viersen-Helenabrunn sind authentische steinzeitliche Fundorte.

Die rein philosophische Betrachtung der Funde auf der Basis der menschlichen Grundbedürfnisse und der exklusiven Fähigkeit des Menschen, Kunstwerke zu schaffen, beweist, dass dort prähistorische Menschen gelebt haben.

Der Autor  hat sich jedoch einer  Aussage darüber zu enthalten, wann in der Steinzeit diese Menschen dort gelebt haben und welche Menschen  sich dort aufgehalten haben.


 

3 Schlussbemerkungen

 

Den Schlussbemerkungen möchte ich ein Zitat der Archäologen Ralf W. Schmitz und Jürgen Thissen (8) voransetzen.


„..sowohl die P. …… als auch die Urgeschichtsforschung sind empirische Wissenschaften: Altes Wissen wird korrigiert, ergänzt oder verworfen, neues Wissen entsteht, um auch wiederum kritisch hinterfragt zu werden. Der Forschungsstand, ein Status quo der Summe der Erkenntnisse, ist immer endlich – die Weiterentwicklung gewiss !“

 

Der Autor möchte  mit dieser Arbeit zwei Anstöße zur Weiterentwicklung der Urgeschichtsforschung geben:

 

1) Die Einbeziehung von Epaphie als Beweismittel der Forschung.

 

Mit den heutigen Mitteln der Wissenschaft sollte es möglich sein, mikroskopisch und chemisch nachzuweisen, was schon das Auge als Folge der Berührung durch den Menschen über einen langen Zeitraum erkennt.

Dass ein Stein, welcher über einen langen Zeitraum in einem Fluss liegt, Veränderungsspuren zeigt, ist anerkannt. Dass ein Stein, der über einen langen Zeitraum – wegen des Stagnation der Entwicklung in der Steinzeit könnten dies ja durch Vererben von einer Generation zur anderen Jahrtausende sein - durch die Hände von Menschen gegangen ist und täglich gebraucht wurde, Spuren von Schweiß (Sudation), Fett (Pinguetion), Glättung (Stilbotion) und Rasur zeigt, sollte man zugunsten der Weiterentwicklung der Wissenschaft nicht ohne ernsthafte Prüfung von der Hand weisen.

Eine neue Nomenklatur dazu stellt  der Autor im  Kapitel 1.0, HOMO AGENS bereit.

 

2) Die Einbeziehung von bildender Kunst als Beweismittel der Forschung.

 

Ein unmittelbar evidentes Zeichen der Bearbeitung durch den Menschen an einem Stein ist seine Trägerschaft eines Kunstwerks, wie Hans Jonas es meisterhaft dargelegt hat (3). Sie ist qualitativ sogar höher einzuschätzen als die Bearbeitung zu einem Gerät oder wie Martin Heidegger es nennt, zu einem Zeug. Den Unterschied und die Werteinstufung erläutert auch Martin Heidegger trefflich in seiner Schrift über den Ursprung des Kunstwerks (9). Karl Jaspers ist überzeugt, dass der Mensch sich seit je durch die Kunst definiert (10). Darauf wurde im Kapitel 1.8 über den HOMO PINGENS näher eingegangen.

Die drei Fundorte, an denen der Autor seine Lesefunde gesammelt hat, stammen  von Orten, welche nicht durch die letzten  Eiszeiten blank gehobelt wurden. An den Fundorten Viersen-Helenabrunn und Wegberg-Klinkum ist kaum noch unberührter Lößboden vorhanden. Vielmehr ist davon auszugehen,  dass dort durch moderne, mit Untergründern bestückte Großpflüge Funde bis in  Schichten der Altsteinzeit  aufgepflügt wurden.

Der Autor möchte schließen mit einem Spruch aus der Datenverarbeitung, in welcher er während langen Jahren seiner aktiven Berufszeit tätig war. „Software makes hardware happen“. Die heutige Archäologie ist zu „hardware-lastig“. Sie muss der Software, den weichen Faktoren mehr Spielraum geben. Der Hardware  Stein ist mehr zu entlocken als es durch seine Eigenschaft als handwerklich behauener Faustkeil, Artefakt  und dessen aus der Art der Fertigung gewonnenen Zuordnung zu bestimmten Zeit- und Kulturperioden alleine möglich ist.

Das vom Autor in die Diskussion gebrachte Kriterium Epaphie ist weich in dem Sinne, das es durch Spuren am Stein  manifestiert ist, welche nicht von der Bearbeitung mit harten Werkzeugen herrühren, sondern welche sich durch die weichen Hände des Menschen  niedergeschlagen haben.

Eine Software von weit höherer Qualität ist die der philosophischen Betrachtung, welche die generellen Bedürfnissen des Menschen (siehe 1 Diskussion)  ihren Überlegungen zugrunde legen kann und welche auf der  exklusiven Fähigkeit des Menschen, Kunstwerke zu schaffen, beruht, siehe Zitate aus  (4),(9),(10).

 

 

Schließt man die vom Autor vorgeschlagenen Kriterien in die Untersuchungsmethoden der Archäologie ein, so steht ein breiteres  Spektrum für die Validierung von Funden zur Verfügung. Ferner wird so eher ausgeschlossen, dass kulturell hochwertige Funde sowohl beim Suchen im Felde als auch bei der Beurteilung durch die Denkmalpflege durch das Raster fallen  und der Allgemeinheit damit vorenthalten werden.

 

4    Abkürzungsverzeichnis

Abkürzungen 

Anm. = Anmerkung

DGK5 Boden = Deutsche Grundkarte 1:5000 Bodenkarte

fem.: Femininum = weiblich

gr.: griechisch

lat.: lateinisch

neutr.: neutrum = sächlich

OSB = Ordo Sancti Benedicti

Pl.:  Plural = Mehrzahl

PPP: Partizip Perfekt Passiv

Sg.:  Singular = Einzahl

5. Glossar

Begriff 

Bahn = stumpfe Seite des Hammerkopfes

Craquelierung = durch Feuer verursachte Risse und  Aussprünge

Epaphie: =   durch Berührung und Betasten durch den Menschen entstandene
                      Gesteinsspuren von gr.
επαφή; die Betonung liegt auf der unterstrichenen Silbe

Finne  = spitze Seite des Hammerkopfes

Homo = von lat. Mensch

Homo agens = der Mensch als Handelnder von lat. agere : handeln

Homo explorans = der Mensch als Auskundschaftender von lat. explorare :  
                                   auskundschaften, erproben

Homo captans = der Mensch als Jagender von lat. captare : jagen

Homo piscans = der Mensch als Fischender von lat. piscari : fischen

Homo comedens = der Mensch als Essender von lat. comedere : essen

Homo fabricans = der Mensch als Verfertigender von lat. fabricare : verfertigen

Homo observans = der Mensch als Beobachtender von lat. observare : beobachten

Homo educans = der Mensch als Erziehender von lat. educare : erziehen

Homo pingens = der Mensch als Abbildender von lat. pingere : abbilden

Homo vovens = der Mensch als Weihender von lat. vovere : weihen

 

Idiopoesie = Aneignung von gr.  ίδιοποίησις

Nomenklatur = Gesamtheit der Benennungen in einem Wissensgebiet

Pinguetion = Epaphie infolge  von Fett von lat. pingue  das Fett

Rasur          = Epaphie infolge von auskratzen, schaben von lat. radere

siculo    =         sizilianisch

Stilbotion    = Durch Epaphie entstandener Glanz von gr. ςτίλβω  erglänzen

Sudation     =  Epaphie infolge  von Schweiß  von lat. sudare  schwitzen

Validierung = Überprüfung auf Gültigkeit

6    Abbildungsverzeichnis

Nummer                                                                                                                                  

1     V202 (Sextant_Fruehlingssonne.JPG)                                                                              

2   V215 (Sonnenschattenuhr “Weißnase“, IMG_3089)                                                           

3   V605 (Stößel senkrecht, IMG_V605)                                                                                  

4    N203 (Handkalender, IMG_3108)                                                                                     

5    V503  (Besteckkopf Griffseite, IMG_3149)                                                                        

6    V503  (Besteckkopf Besteckseite, IMG_3148)                                                                    

7    V212   (Sonnenschattenuhr “Spitzkuchen“ Oberseite, IMG_2470 )                                   

8    V212   (Sonnenschattenuhr “Spitzkuchen“ Unterseite, IMG_2471 )                                  

9   V212   (Sonnenschattenuhr “Spitzkuchen“  Schmalseite mit Blitzlicht, IMG_3153 )          

10  V212   (Sonnenschattenuhr “Spitzkuchen“  Schmalseite ohne Blitzlicht, IMG_3154 )       

11  W274S  ( Europa-Relief, IMG_3393)                                                                                 

12  W274S ( Europa-Vegetation_Eiszeit, IMG_W274S)                                                         

13  W271S (Kompass über Sonnenuhr, IMG_3216)                                                                

14  W271S (Kompass neben Sonnenuhr, IMG_3244)                                                              

15  W276S (Kompass-Wildschwein, IMG_3404)                                                                     

 

16  W271S (Kompass über Sonnenuhr mit Winkeln zur West-Ost-Achse, IMG_3216)           

 

17 V903 (Vogeljagd, IMG_2534)                                                                                             

 

18  V301 (Speerspitze-Quarz, IMG_3367)                                                                               

 

19  V302 (Speerspitze-Feinsandstein,  IMG_3370)                                                                  

                                                                                                                                               

20  V303 (Speerspitze-Gift, IMG_3364)                                                                                  

 

21  V303 (Giftpfeil, IMG_V303)                                                                                             

 

22  W401 (Fischstecherkopf, IMG_3708)                                                                                

23  V401 (Fischstecher_Griff, IMG_V401)                                                                             

 

24  V402 (Tri_Facies, IMG_3356)                                                                                           

25  fällt aus

26 V604 (Stampfer_gegriffen, IMG_V604)                                                                              

27 V604 (Stampfer, IMG_3311)                                                                                              

28 V601 (Teigrolle, IMG_3323)                                                                                              

29  V606 (Hackmesser, IMG_V606)                                                                                        

30 V606 (Hackmesser-Kröte, IMG_3314)                                                                               

31 V504 (Kratzer, IMG_3340)                                                                                                

32 W604 (Feuerschaden, IMG_3707)                                                                                      

33 V503 (Besteckkopf, IMG_3148)                                                                                          

34 V503 (Besteckkopf-Löwe-Mensch,IMG_3329)                                                                    

35 V507 (Besteckkopf-Mensch, IMG_3345)                                                                             

36 V507 (Besteckkopf, IMG_3346)                                                                                          

37 V501 (Hammerkopf, IMG_V501)                                                                                       

38 V902 (Bohrproben, IMG_2655)                                                                                         

39 V902 (Bohrproben, IMG_2654)                                                                                         

                                                                                                                                               

40 V902 (Bohrproben, IMG_2543)                                                                                         

41 V201 (Sonnenuhr, IMG_2447)                                                                                           

42 W203S (Waage, IMG_2617)                                                                                               

43 V253 (Nectarius, IMG_3168)                                                                                             

44 W275S (Sonne-Mond-Zeiger, IMG_3706)                                                                          

45 V903 (Vogeljagd, IMG_2534)                                                                                             

46 V903 (Vogeljagd, IMG_2535)                                                                                             

47 V903 (Vogeljagd, IMG_2536)                                                                                             

48 V402 (Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3358                                                                  

49 V402 (Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3357                                                                  

50 V402 (Fischstecherkopf-Tri-Facies), IMG_3360                                                                  

51 N903 (Fuß), IMG_3665                                                                                                      

52 N903 (Fuß), IMG_3666                                                                                                      

7    Literaturverzeichnis

1)     Naturschutzzentrum im Kreis Kleve –Landschaftsentwicklung, Internet: www.nz-Kleve.de/Praesentation/ Lebensraeume/Lb_hom_d.htm

2)     Landschaftsmuseum Obermain, 95326 Kulmbach, Plassenburg,  www.landschaftsmuseum.de/Bilder/ Veget_Eiszeit-2.jpg

3)     Jonas, Hans : Zwischen Nichts und Ewigkeit, 2. Aufsatz DIE FREIHEIT DES BILDENS. „Homo pictor und die differentia des Menschen“, Seite 27, Verlag VANDENHOECK & RUPPRECHT, Göttingen, 1963

4)     Schütz, Christian : Mit den Sinnen glauben, VIER-TÜRME-VERLAG MÜNSTERSCHWARZACH, 1996, Bd. 97, Seite  27

5)     Fällt aus

6)     Fällt aus

7)     Fällt aus

8)     Schmitz, Ralf W. und Thissen, Jürgen, Neandertal, Die Geschichte geht weiter, Spektrum, Heidelberg – Berlin, 2001, S. 95

9)     Heidegger, Martin, Der Ursprung des Kunstwerks, Reclam, Stuttgart, 1960

10)  Jaspers, Karl, vom Ursprung und Ziel der Geschichte, Seite 62, Verlag R. Piper & Co., München, 1960

8     Danksagungen/Widmung

Der Autor bedankt sich bei Herrn Dr. Reiner Schmitt, Heinsberg, für die Anregung zu dieser Arbeit.

Der Autor bedankt sich bei Herrn Dr. Klaus Skupin, Dipl.-Geologe beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld, für die fachmännische Bestimmung der Gesteinsarten der Funde.

Der Autor bedankt sich bei Herrn Dipl.-Ing. Wilfried Lorenz, Erkelenz, für sein rigoroses Lektorat.

Dank des Verfassers gilt auch seinem ehemaligen Amtsleiter beim Vermessungs- und Katasteramt Mönchengladbach, Herrn Vermessungsdirektor a.D. Karl-Heinz Thissen, Erkelenz, für seine großherzige Ermunterung des Autors, sich von Widerständen und Ablehnung gegenüber seinen Untersuchungen nicht entmutigen zu lassen.

 

 

Der Autor widmet diese Arbeit seinem Freund Gerd Westerdorff, Niederkrüchten, wegen der  aus geheimnisvollen Freundschaftsbanden gegebenen Anstöße für die Suche an den Fundstellen in Wegberg und Niederkrüchten.


9      L E B E N S L A U F

Aus Sicherheitsgründen hier gecancelt.

                                                                                                                                                      


10  INDEX

Ein Index wird in der HTML-Version der Dissertation nicht angeboten, weil es dort keine Seitenangaben gibt.

Der Leser möge sich zum schnellen Auffinden der Kapitel der Text-internen Links im Inhaltsverzeichnis  und im laufenden Text bedienen.

Anmerkungen

1   siehe hierzu die ausführliche Dokumentation des Autors unter Fund_Viersen\Sonnenobservation\V212 .

2   für Giftzusatz, siehe V303 !

3   nicht zu verwechseln mit gekünstelt sein; vielmehr Ausdruck für die essentielle Bestimmtheit durch Kunst